Start ins Jubiläumsjahr: Museum der Schwalm zeigt Bilder von Vincent Burek

Farben strahlen ins Auge

Von der Volkskunst inspiriert: Am Freitagabend eröffneten Landrat Frank-Martin Neupärtl, Marcus Burek und der Vorsitzende des Schwälmer Heimatbundes, Wolfgang Rupp, die Ausstellung. Foto: Rose

Ziegenhain. Das Schwälmer Brauchtum bewahren und erhalten – dafür steht das Museum der Schwalm in Ziegenhain seit nunmehr 100 Jahren. Gewürdigt wurde der runde Geburtstag am Freitagabend in einer Feierstunde im Steinernen Haus.

Gleichwohl bildete der Abend den Auftakt in das Jubiläumsjahr: In den kommenden zwölf Monaten wird es Veranstaltungen geben, die an die Geschichte des Museums erinnern. Dem Schwälmer Künstler Vincent Burek widmet der Schwälmer Heimatbund eine Sonderausstellung, die am Freitag eröffnet wurde.

1911: erste Schwälmer Stube

Vorsitzender Wolfgang Rupp begrüßte die Gäste in seinem „Schmuckstückchen der Schwalm“. Landrat Frank-Martin Neupärtl beleuchtete in seiner Festrede die Entwicklung des Hauses. 1911 wurde die erste Schwälmer Stube eingerichtet, und fortan reifte die Idee, ein Museum einzurichten. 1938 erwarb der Landkreis das Steinerne Haus. Raum für Raum wurde das Gebäude ausgebaut. Der Künstler Vincent Burek richtete 1971 das Kunstkabinett ein: „Damit öffnete sich das Museum auch der Herausforderung der zeitgenössischen Kunst“, erklärte Neupärtl.

Über das Wirken und die Werke seines Vaters sprach Marcus Burek, der zunächst aus einem Zeitungsausschnitt, erschienen 1961 in einem US-Magazin, zitierte: Darin berichteten amerikanische Studenten von einer Begegnung mit Vincent Burek in Ziegenhain. „Eines seiner Bilder schenkte er einer Studentin, zwei wurden ihm abgekauft und fanden so ihren Weg in die USA.“

Burek kam 1947 nach Ziegenhain, wo er in Anlehnung an die Willingshäuser Malerkolonie die Künstlergruppe „Neue Schwalm“ gründete. „Ihn faszinierten die Volkskunst, aber auch die reinen und starken Farbklänge“, erläuterte Sohn Marcus Burek, „und so griff er zwar auf die Tradition zurück, jedoch auch auf neue schöpferische Mittel.“ Es entstanden typische Kohlezeichnungen und Linolschnitte mit eigenen, dem Expressionismus angelehnten, Stilelementen. „Dabei war mein Vater immer auf der Suche nach der großen Form, bewahrte sich aber ein sensibles Auge für die Ursprünglichkeit der Dinge.“

Spuren hinterließ Burek auch mit Gebrauchsgrafik, Industriedesign und Entwürfen für Kirchenräume – zu sehen zwischen Kassel, Limburg und Gießen.

Stilvolle Musik entließ die Gäste in den Rundgang und lockere Gespräche: Pianistin Roswitha Aulenkamp und Tenor Theodor Hoffmeyer präsentierten eine Arie aus Verdis Maskenball.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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