Farbkugeln für die Gegner

Interessengemeinschaft „Volpaint“ trainiert Paintball

Winterscheid. Seit acht Wochen ist der alte Sportplatz im Wald bei Winterscheid die neue Trainingsstätte der Interessengemeinschaft „Volpaint".

Zwölf Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Kreis Kassel treffen sich dort zum Paintball. Der Kapitän der Truppe heißt Dominik Bank. Den Platz im Wald hat der Mitspieler und ehemalige Winterscheider Sascha Vaupel entdeckt. „Wir dürfen hier bis zum 1. November auf Probe spielen“, erklärt Bank. „Um die Leute aufzuklären und ihnen zu zeigen, dass wie hier nicht Krieg spielen, haben wir eine Informationsveranstaltung gemacht“, erklärt der Kapitän.

Vor jedem Training wird die Fläche präpariert, mit drei Meter hohen, engmaschigen Fangnetzen versehen. Auf dem Spielfeld verteilen die Spieler aufblasbare Hindernisse aus Lastwagenplane - zur Deckung. Die exakte Aufstellung geben Pläne vor. Vor dem Spiel rüsten sich die Teilnehmer mit spezieller Schutzkleidung aus, dazu gehören Masken und Schoner. Denn Paintball bezeichnet auch die verwendete Farbmunition: Sie besteht aus Gelatinekugeln, genannt Balls, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt sind. Verschossen werden die Balls in Markierern, die per Pressluft - mit 300 bar - arbeiten. „Ohne Schutz darf niemand das Feld betreten“, sagt Trainer Mario Wetzel. Zugelassen sind aktuell nur gelbe Füllungen. „Rot ist wegen der Ähnlichkeit zu Blut verboten“, erläutert Bank. In Deutschland sind Markierer ab 18 Jahren frei erwerbbar. Für das Training gibt es verschiedene Spielvarianten. Bei „Capture the Flag“ spielen zwei Mannschaften gegeneinander.

Jede Gruppe startet von einem Startpunkt aus. Dort ist die jeweilige Flagge des Teams gut sichtbar angebracht. Ziel ist es, die gegnerische Flagge zu stehlen.

„Das ist die meistverbreitete Spielvariante und gängig auf internationalen Turnieren“, sagt der Kapitän.

Paintball zählt zu den teuren Hobbys: Eine Ausrüstung kostet um die 2500 Euro. Pro Training kommen auf die Spieler um die 40 Euro zu, Spieltage können bis zu 400 Euro kosten. Das Training der Interessengemeinschaft „Volpaint“ findet ganzjährig statt. „Im Winter trainieren wir in einer Halle in Nidda“, sagt Vaupel. Die Trainigstage sind lang: „Das Areal muss sauber gemacht, die Markierer gefettet werden“, erklären die Teilnehmer. Für Dominik Bank ist Paintball ein Sport: „Wir distanzieren uns von den Gruppen, die sich privat treffen und durch den Wald jagen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Rose, Sandra

Kommentare