Gebäude aus dem 17. Jahrhundert wurde umfangreich saniert und umgestaltet

Fast ein neues Pfarrhaus

Pfarrhaus mit Balkon: Das Fachwerk an der Rückseite des Hauses wurde mit Lärchenholzschindeln verkleidet. Kleines Bild: Wohn- und Essbereich mit Küche (blau). Fotos:  Grenzebach

Malsfeld. In knapp einem Jahr wurde das Malsfelder Pfarrhaus nicht nur umfangreich saniert, sondern innen auch umgestaltet.

Bevor Pfarrer Henning Reinhardt samt Familie umziehen konnte, gab es eine Abschlussbegehung mit Landeskirchenbaurätin Andrea Behrendt, Architekt Helmut Spitze, Christoph Speyer von „Neue Arbeit Vogelsberg gGmbH“ und dem Pfarrer.

Im Untergeschoss befinden sich unter anderen Büroräume, in der oberen Etage erstreckt sich die Wohnfläche auf 140 Quadratmeter. Vom Flur geht es in den Wohnraum, drei weitere Zimmer, ein Bad und ein separates WC . Wo früher Bad, Küche und Wohnbereich eine Einheit bildeten, wurde eine Wand herausgenommen, das Bad verschwand komplett. So entstand ein weiträumiger und offener Wohn- und Essbereich, die Küche rückte nach Norden zur Straße hin. Ein zusätzliches Fenster im Essbereich lässt mehr Licht in den großen Raum.

Der Fußboden in der Wohnetage ist komplett mit Eichendielen belegt. Christoph Speyer, der seit Dezember mit seinem Team an der Baustelle arbeitete: „Wir haben insgesamt 20 Tonnen Mist aus den Böden rausgeholt, mit über 44 Kubikmeter Glasschotter wurden die schiefen Böden aufgefüllt.“ „In manchen Zimmern wie im Wohnzimmer lagen fünf Böden übereinander, und wir mussten bis zu 40 Zentimeter Glasschotter auffüllen“, fügt Spitze hinzu.

Weitere Arbeiten laut Protokoll: Beseitigung massiver statischer Mängel an der Haupttragkonstruktion, Reparatur/Ergänzung der teilweise komplett fehlenden Fußschwelle am Dachtragwerk, Erneuerung der gesamten Haustechnik (Heizung, Be- und Entwässerung, Elektro), Dachdämmerung, Dämmung der Außenwände (Innendämmung in Stampflehmbauweise), Teilverkleidung des Sichtfachwerks mit Holzschindeleindeckung (naturbelassene handgespaltene Lärchenholzschindeln), Überarbeitung/Erneuerung sämtlicher Wand-, Decken- und Bodenbeläge unter Verwendung ökologischer Baustoffe wie Lehm, Kalk und Holz.

Auch äußerlich ist das um 1680 entstandene Pfarrhaus wieder eine Augenweide. Die Rückseite des Fachwerks ist mit Lärchenschindeln bedeckt, die Frontansicht spiegelt die Farbgebung aus der Entstehungszeit des Hauses wider. „Wir haben uns auch deswegen für das Rot entschieden, weil es dominant ist und das Pfarrhaus in den Mittelpunkt setzt.“ erklärt der Architekt.

Die Gesamtkosten stehen laut Andrea Behrendt noch nicht fest, zumal auch die Kirchengemeinde sich mit Eigenleistung eingebracht hat.

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Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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