Wiesbadener FDP-Streit hat Wiebke Reich erreicht

Wiebke Reich

Schwalm-Eder. Ein Streit in der Wiesbadener Kommunalpolitik schlägt Wellen, deren Ausläufer bis in den Schwalm-Eder-Kreis ausstrahlen. Sehr zum Ärger der FDP-Landtagskandidatin Wiebke Reich (31).

Sie sieht sich nun Fragen gegenüber, wo sie denn ihren Lebensmittelpunkt hat, im beschaulichen Knüllstädtchen Neukirchen oder in Wiesbaden. Das ist von Bedeutung für die Zulassung einer politischen Kandidatur.

Hintergrund: Die Frankfurter Rundschau berichtete kürzlich über eine Auseinandersetzung zwischen Brigitte Susanne Pöpel, die früher der FDP angehörte, mit Wiesbadener Kommunalpolitikern.

Vor über einem Jahr hatte die 45-Jährige den Liberalen den Rücken gekehrt und gehört jetzt für die UFW dem Wiesbadener Stadtparlament an. Auf Betreiben von Stadtrat Dieter Schlempp (CDU) und dessen Sohn Michael Schlempp (FDP-Fraktion) soll laut Frankfurter Rundschau überprüft werden, wo Brigitte Susanne Pöpel ihren Hauptwohnsitz hat, in Wiesbaden oder in Meerbusch bei Düsseldorf.

Wohnung in Wiesbaden

Die Frage nach dem Hauptwohnsitz möchte Pöpel jetzt auch für ihre frühere Partei-Kollegin Wiebke Reich geklärt wissen. Die 31-Jährige stammt aus Neukirchen und arbeitet für ein Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet. Deshalb habe sie eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Wiesbaden angemietet, berichtete sie gegenüber der HNA. Kollegen anderer Parteien würden ähnlich verfahren, ohne dass das ein Problem sei.

„Es wird jetzt eine Menge schmutzige Wäsche gewaschen. Ich bin Opfer einer Geschichte, mit der ich nichts zu tun habe“, sagt die 31-jährige, die für die FDP dem Neukirchener Stadtparlament sowie dem Kreistag angehört. Unterstellt werde ihr beispielsweise auch, dass sie mit einem Partner dauerhaft in Wiesbaden lebe. Das sei aber falsch.

Sie habe nicht gegen das Meldegesetz verstoßen. Das Einwohnermeldeamt von Neukirchen habe ihre Wählbarkeit überprüft und sie bestätigt. (siehe Hintergrund)

Der Erstwohnsitz ist bei der Abwägung entscheidend, wo sich ein Politiker um ein Mandat bewerben darf. Wiebke Reich geht für die FDP im Wahlkreis 8 (südlicher Schwalm-Eder-Kreis) ins Rennen. Auf der Landesliste ihrer Partei nimmt sie den aussichtsreichen Platz acht ein.

Wäre die Politikwissenschaftlerin mit Hauptwohnsitz in Wiesbaden gemeldet, hätte sie sich innerparteilich gegen den Wiesbadener Florian Rentsch durchsetzen müssen. Gegen den hessischen Wirtschaftsminister hätte sie wohl keine Chance gehabt.

Bei der Listenaufstellung sei sie offenbar Jochen Paulus in die Quere geraten, vermutet Wiebke Reich. Der Landtagsabgeordnete gehörte früher der FDP an, verließ die Liberalen aber im Streit. Er ist nach Informationen der Frankfurter Rundschau der Anwalt von Brigitte Susanne Pöpel.

„Das alles ist aus Wiesbaden gesteuert. Das hat mit mir nichts zu tun“, sagt Wiebke Reich. Ihr Lebensmittelpunkt sei Neukirchen, denn der Schwerpunkt ihrer politische Arbeit liege im Schwalm-Eder-Kreis. „Es gibt nur wenige Menschen, die so heimatverbunden sind wie ich“ sagt sie.

Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe der HNA.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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