Es fehlen Wohnungen in Körle: Bürgschaften in Planung

Körle. In Körle gibt es zu wenige Wohnungen, darüber waren sich die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung einig. Deshalb soll nun der Wohnungsbau aktiv gefördert werden.

Geplant sind kommunale Bürgschaften von 20.000 Euro pro Wohneinheit, um private Investoren bei der Finanzierung von Bauvorhaben zu unterstützen.

Die Gemeindevertreter haben einstimmig beschlossen, dass nun die rechtlichen Grundlagen für die Gewährung solcher Bürgschaften geprüft werden sollen.

„Wir sind uns sicher, dass ein höheres Angebot an Wohnungen auch nachgefragt würde“, sagte Bürgermeister Mario Gerhold. Bereits seit fünf Jahren gebe es auf der Internetseite der Gemeinde die Möglichkeit, freie Wohnungen zu inserieren.

Seit Bestehen der Immobilien-Seite sei diese die meistbesuchte auf der Gemeinde-Homepage. Alleine das zeige schon deutlich, wie hoch das Interesse an Wohnungen in Körle sei.

„Es fehlt besonders an Wohnungen für Durchschnittsverdiener“ sagte Gerhold gegenüber der HNA. Jüngst seien zwar mehr als 20 Wohneinheiten mithilfe einer Landesförderung und kommunaler Darlehen beziehungsweise Bürgschaften in Körle entstanden, aber sie seien Personen mit Wohnberechtigungsschein vorbehalten.

Neue Einwohner wichtig

Michael Greiner

Neue Einwohner zu gewinnen sei für die Gemeinde enorm wichtig, betonte auch Michael Greiner (CDU). „Je mehr Menschen in Körle leben, desto höher sind auch die Steuereinnahmen.“ Auch die Entwicklung von Gewerbe, Firmen, Handel, Kindergärten, Schulen und Vereinen könne durch neue Einwohner vorangetrieben werden. Zudem seien junge Leute, die in Körle aufgewachsen sind, durch die Wohnungsnot häufig gezwungen, aus der Gemeinde wegzuziehen.

Um private Investoren zum Bauen zu bewegen, sei die Förderung mithilfe von Bürgschaften die beste Lösung, sagt Michael Greiner.

Dieser Meinung ist auch die SPD-Fraktion. Zwar bestehe bei Bürgschaften immer ein gewisses Risiko, aber „wir sollten nicht davon ausgehen, dass unsere potentiellen Investoren alle pleite gehen“, sagte Michael Oetzel. Man müsse künftige Bauherren aber mit Fingerspitzengefühl auswählen.

Michael Oetzel

Jedoch dürfe man nicht erwarten, dass die Investoren der Gemeinde wegen der Bürgschaften „die Bude einrennen“, sagte Oetzel. „Ich denke, die Neubauten werden trotzdem überschaubar bleiben.“

20 Wohnungen ungenutzt

In Körle sind laut Verwaltung 20 Wohnungen ungenutzt, das entspricht einem Anteil von 1,5 Prozent. Hier sei von den Eigentümern entweder ein Verkauf des Gebäudes geplant oder eine Vermietung komme nicht infrage. Zum Ende des Jahres 2014 gab es in der Gemeinde insgesamt 1360 Wohnungen. 641 davon befinden sich in Einfamilienhäusern, 719 Wohnungen in Zwei- oder Mehrfamilienhäusern.

Beim Sozialwohnungsbau fördert die Gemeinde Wohneinheiten mit einem zinsvergünstigtem Darlehen von 10.000 Euro oder einer Bürgschaft von 20.000 Euro je Einheit. Dadurch hat die Kommune dort Anspruch auf Landesförderung. 

Quelle: HNA

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