Durch seltenen Defekt in Trafostation

In Wolfhagen drohte kompletter Stromausfall

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Glimpflich ausgegangen: Günter Poschmann und Günter Wertz (von links) an der Trafostation Mühlengasse/Schützeberger Straße. Dort hätte ein Kabelfehler beinahe für einen Komplett-Ausfall der Stromversorgung in Wolfhagen gesorgt.

Wolfhagen. Als vor einigen Tagen am Abend das Bereitschaftstelefon von Stadtwerke-Mitarbeiter Dieter Spangenberg klingelte, war sofort klar, dass schnell gehandelt werden muss.

Der Technische Leiter des Stromversorgers erhielt die Information von der Netzleitstelle, dass in der „strategisch wichtigen“ Trafostation an der Mühlengasse/Schützeberger Straße ein so genannter Erdschluss vorliegt. Wird dieser seltene Fehler nicht innerhalb von vier Stunden behoben, muss die gesamte Stadt durch den Übertragungsbetreiber Eon vom Netz genommen werden.

Um das zu verhindern, alarmierte der Technische Leiter Spangenberg Elektromeiter Heiko Hösel und zwei weitere Mitarbeiter, die sich sofort zur Trafostation begaben. Dort mussten die Mitarbeiter der Stadtwerke die laut Spangenberg „heikle Fehlersuche“ möglichst schnell zum Abschluss bringen.

Versorgung sicherstellen

Doch damit nicht genug: Neben der Lokalisierung und dauerhaften Behebung des Fehlers musste die Versorgung sichergestellt werden. Aber nach nur 30 Minuten fand das Team um Heiko Hösel die Ursache. Es handelte sich um einen internen Kabelfehler, der überaus selten vorkommt und laut Spangenberg in seiner gesamten Zeit bei den Stadtwerken überhaupt noch nicht aufgetreten sei. Ein angeforderter Kabelmesswagen ortete punktgenau die Ursache, schließlich musste eine Tiefbaufirma den betroffenen Bereich ausbaggern und die Kabel freilegen.

Die Mitarbeiter Günter Poschmann und Günter Wertz isolierten dann das defekte Kabel von den anderen Leitungen und begannen mit der Reparatur. Keine 24 Stunden später war der Einsatz beendet und kaum noch Spuren der Nachtschicht der Mitarbeiter sichtbar. Eine Gefahr für die Bevölkerung aufgrund des Defektes, an der betroffenen Station werden 20 000 Volt in Haushaltsstrom umgewandelt, habe aber zu keiner Zeit bestanden, sagt Dieter Spangenberg. Der entstandene Schaden in Höhe von etwa 6000 Euro sei daher im Vergleich zum möglichen „Blackout“ für die gesamte Stadt Wolfhagen zu verschmerzen, sagt der Technische Leiter.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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