Bürgermeister räumt Versäumnisse bei Offenlegung von Sanierungskosten ein

Mehrzweckhalle in Oberelsungen - „Fehler der Verwaltung“

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Frisch gestrichen: Bei der Sanierung der Mehrzweckhalle in Oberelsungen sind Mehrkosten entstanden, über die das Parlament nicht informiert wurde. So wurden unter anderem eine verschimmelte Holzdecke erneuert und zusätzliche Fenster eingebaut. Der neue Anstrich von Maler Max Sohlbach und seinen Kollegen lag dagegen im Kostenrahmen.

Zierenberg. Ärger um die Sanierungskosten der Mehrzweckhalle in Oberelsungen: Die ursprünglich mit rund 780.000 Euro angesetzten Kosten wurden um 135.000 Euro überschritten, ohne dass das Stadtparlament oder der Magistrat darüber informiert waren.

Wegen dieses Vorgangs hagelte es am Montag in der Stadtverordnetensitzung in Burghasungen herbe Vorwürfe an die Adresse des Bürgermeisters aus den Reihen von UFW und CDU.

Rathauschef Stefan Denn erklärte: „Das ist ein klarer Fehler der Verwaltung und hätte so nicht passieren dürfen.“ Er wolle nichts beschönigen. Die Kostensituation sei außer Kontrolle geraten.

Durch Übermittlungsfehler habe er erst im März davon erfahren. Dieser Vorfall werde Konsequenzen haben. Zum einen soll nach Aussage von Denn das Controlling im Bauamt verbessert werden. Außerdem werde man die Komunalaufsicht einschalten.

Die Sanierung der Oberelsunger Mehrzweckhalle kostet nun 917.000 Euro, von denen das Land einen Zuschuss von 478.000 Euro aus dem Konjunkturprogramm des Landes beigesteuert hat.

Die mangelnde Informationspolitik sei eine klare Missachtung der politischen Gremien, so CDU-Fraktionsvorsitzender Adrian Probst. Für die CDU gebe es offene Fragen. Zum Beispiel warum die Wahrheit erst jetzt ans Licht komme, obwohl die Rechnungen schon im Dezember 2010 vorgelegen hätten und vor allem wer wann und was entschieden hätte. UFW-Vorsitzende Dr. Bärbel Mlasowsky warf dem Bürgermeister vor, seine Verwaltung nicht im Griff zu haben. Außerdem vermutet die UFW eine Verschleppung der Angelegenheit wegen der Kommunalwahl. Dem widersprach Denn. Auch die UFW äußerte Zweifel daran, dass Mitarbeiter des Rathauses über diese Mehrkosten ganz alleine entschieden hätten. „Oder hat eine andere Person, deren Namen wir nicht kennen, die Arbeiten überwacht und den Sachbearbeiter angewiesen, die Auftragserweiterung zu veranlassen?“, fragte Mlasowsky. Die wirklich Betrogenen seien die Bürger der Stadt.

Quelle: HNA

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