Silbersee-Saal: Geänderte Satzung gestattet Veranstaltungen und Partys rund ums Jahr

Feiern im Saal kein Tabu

Disko am Silbersee: Veranstaltungen für Touristen sind jetzt erlaubt. Allerdings darf draußen nur von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 20 Uhr Party sein. Im Saal ist das bis maximal 3 Uhr erlaubt. Montage: HNA

Frielendorf. Die Diskussion war lebhaft, das Ergebnis der Abstimmung eindeutig: Die Gemeindevertretung stimmte dafür, dass Unterhaltungsveranstaltungen wie Diskos und Tanzabende im Saal am Silbersee künftig an 20 Wochenenden pro Jahr gestattet sind und bis 3 Uhr dauern dürfen. Dem Satzungsbeschluss gaben 21 von 27 anwesenden Gemeindeparlamentariern ihr Okay.

Dabei wurde länger gerungen, um die Details in der Regelung ebenso, wie um eine vorläufige Befristung auf zwei Jahre, die die Freien Wähler (FWG) vorgeschlagen hatten.

Aus der FWG kamen kritische Stimmen, aber auch aus der Mehrheitsfraktion der SPD. Norbert Berge argumentierte, es solle nicht gegen den Partyreiseveranstalter Müller gewettert werden, doch seien die Frielendörfer „aufgeschreckt“. Lärm, Volltrunkenheit und Sachbeschädigung seien heute an der Tagesordnung. Nicht Remmidemmi, sondern sanfter Tourismus für Familien solle das Ziel sein.

„Abwärtsspirale“

FWG-Vizefraktionschef Dietmar Dunkel merkte an, es gebe aktuell zwei Gruppen sowie 15 Selbstvermieter am Silbersee, keine dieser Gruppierungen solle bevorzugt werden. Die 1-Uhr-Begrenzung sei bewährt, „wir dürfen nicht in die Abwärtsspirale geraten“, Müller-Reisen drohe den Ferienwohnpark „in den Abgrund“ zu ziehen. Auch sollte eine Regelung auf zunächst zwei Jahre begrenzt sein.

CDU-Fraktionssprecher Dietrich Hahn hielt dagegen. Die Einstellung der Hauseigentümer gegenüber dem Reiseveranstalter werde sich ändern, „Zahlen lügen nicht“. Die tatsächlichen Lärmquellen sollten genauer betrachtet werden, die Probleme seien im Allgemeinen nicht durch Müller-Touristen verursacht. 30 Jahre lang habe die Zusammenarbeit gut geklappt.

Feiern bis 3 Uhr

Hahn trug einen Erweiterungantrag vor, wonach die Hochsaison keine Sperrzeit darstellen sollte, Veranstaltungen bis 3 Uhr dauern dürfen.

Hahns Antrag wurde angenommen, Dunkels Antrag auf eine vorläufige, zweijährige Befristung der Satzungsänderung nicht.

Bürgermeister Birger Fey hatte eingangs erklärt, Veranstaltungen im Saal seien bislang immer stillschweigend geduldet worden, bis Einwände kamen. Die vorliegende Satzung sei „akzeptabel und abwägend“. Formaljuristisch wurde mit der Parlamentsabstimmung eine Änderung des Bebauungsplans des Ferien- und Freizeitgebietes Silbersee beschlossen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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