Feiertag: Die Einheit ist im Kreis keine Feier wert

Schwalm-Eder. Heute ist deutscher Nationalfeiertag, gefeiert wird er im Schwalm-Eder-Kreis allerdings nicht. Offizielle Feiern, Volksfeste? Fehlanzeige.

Bis vor zwei Jahren hatte die Fritzlarer CDU noch auf den Marktplatz eingeladen, wo häufig prominente CDU-Politiker zur Einheit sprachen. Auch diese Feier gibt es zurzeit nicht mehr.

Es sei jedoch geplant, in größeren Abständen den Feiertag zu begehen, sagte der Fritzlarer CDU-Vorsitzende Christian Seyffarth auf HNA-Anfrage, etwa zu 25 Jahren deutsche Einheit. Damit lasse sich auch die Spannung erhöhen, denn das CDU-Fest habe sich in der Konkurrenz anderer Veranstaltungen in zeitlicher Nähe behaupten müssen. Die Resonanz sei jedoch stets gut gewesen, sagte Seyffarth.

Allerdings sei das CDU-Fest eine Ausnahme im Landkreis gewesen: „Wir waren von Anfang an die einzigen.“ Er persönlich würde sich wünschen, dass der Nationalfeiertag in der Bevölkerung stärker verankert wäre, sagte Seyffarth.

Ansonsten herrscht in der Politik im Landkreis eher Ratlosigkeit, wenn es um den 3. Oktober und die Frage nach Feierlichkeiten geht.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Rudolph verwies auf die offiziellen Feierlichkeiten, die in diesem Jahr in München stattfinden, und auf Kontakte etwa von heimischen Feuerwehren nach Thüringen.

Auch Vizelandrat Winfried Becker (SPD) sprach von der deutschen Einheit als alltäglich gelebte Praxis. Offenbar werde sie als so selbstverständlich genommen, dass nicht groß gefeiert werde.

Ähnlich sieht das der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert, der heute bei einer Parteiveranstaltung in Vellmar spricht. Offenbar sei die Einheit selbstverständlich geworden. Er wolle die Frage aufnehmen und darüber nachdenken, für das kommende Jahr eine Einheitsfeier zu initiieren. Diese könne er sich auch überparteilich vorstellen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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