Feiertagstraditionen auf Madagaskar

Ein Stück Afrika zum Fest

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Madagassische Traditionen: Rado Fleischmann möchte ihrer fünfjährigen Tochter Fiona ein paar ihrer weihnachtlichen Bräuche vermitteln.

Hausen. Weihnachtliche Bräuche und Traditionen an Neujahr unterscheiden sich stark von Land zu Land. Zuwanderer bringen ein Stück ihrer Heimat zu uns nach Deutschland. Wir stellen heute eine Frau aus Madagaskar vor. Dort gibt es an Silvester ein spezielles Geschenk.

„Bei uns ist Weihnachten ein Kinderfest“, erzählt Rado Fleischmann. Die 40-Jährige lebt seit sieben Jahren in Deutschland, mit ihrer Familie wohnt sie in Hausen. Auf Madagaskar bekommen zum Fest zumeist nur Kinder Geschenke. „Es ist weniger kommerziell als hier“, sagt die Madagassin. Die Kirche spielt an den Festtagen der afrikanischen Insel eine große Rolle. Am 24. Dezember veranstalten die Sonntagsschulen ein Krippenspiel mit den Kindern. Dabei kann es schon recht spät werden. Rado Fleischmann versucht, ihrer fünfjährigen Tochter Fiona die eigene Weihnachtstradition näher zu bringen.

Doch das Mädchen freut sich, wie alle Kinder auf die Geschenke, sie wünscht sich dieses Jahr ein Plastikpony. Der eigentliche Festtag ist auf Madagaskar der erste Weihnachtsfeiertag. „Dann kommt die ganze Familie zusammen.“ Vor dem Essen kommt der Gang in die Kirche. Dort sagen Kinder Gedichte auf oder singen zur Messe. „Meine Geschwister und ich, wir haben immer neue Kleidung und neue Schuhe geschenkt bekommen“, erinnert sich die Mutter einer Tochter. Für den Kirchgang wurde dann sofort die neue Kleidung angezogen. Danach ging es an den Tisch. Gegessen werden zumeist drei Gänge. Salat als Vorspeise, zum Hauptgang gibt es meist Schweinefleisch oder Hühnchen. „Hühnchen ist für uns ein festliches Essen“, erzählt Rado Fleischmann. Dazu wird Reis und Gemüse serviert.

Stollen kennen die Madagassen nicht, statt dessen kommt Bûche de Noël (Weihnachtsbaumstamm oder Bismarckeiche) auf den Tisch. Das Hühnchen bekommt eine besondere Bedeutung zu Neujahr. Die älteren Leute bekommen dann nämlich einen besonderen Teil des Geflügels geschenkt: den Bürzel. „Das ist ein Zeichen der Wertschätzung“, sagt die Madagassin und lacht. Doch auch kleine Geldgeschenke werden gern genommen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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