Herrlich sinfonische Klänge in der Kulturhalle der Hardtwaldklinik Bad Zwesten

Fein abgestimmtes Spiel

Solist: Der 22-jährige Pianist Florian Lukas Feilmair spielte beim Auftritt des Orchesters Deutsche Einheit in der Kulturhalle der HWK. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. Nach dreimonatiger Pause schwebten wieder herrliche sinfonische Klänge durch die Kulturhalle der Hardtwaldklinik II in Bad Zwesten. Zum ersten Mal war das Orchester Deutsche Einheit zu Gast und kredenzte einen großen Musikabend.

Das ausdrucksstarke Orchester entfaltete großartige Expressionen. Dirigent Christian Fitzner verband einen schwungvollen Opernauftakt von Michail Glinka thematisch mit Sergej Rachmaninows emotionaler, russischer Klangsprache und Ludwig van Beethovens gefühlvollen Eindrücken vom Landleben.

Konzerthöhepunkt war Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18. Gespannt lauschte das Publikum dem Spiel des 22-jährigen, österreichischen Pianist Florian Lukas Feilmair. Der Wiener bewies viel Sinn für die Gefühlsbewegungen der Komposition.

In manchen Abschnitten, schien sein Spiel zwar im Orchesterklang aufzugehen, doch ließ ihm Christian Fitzner auch Raum für kraftvolle Akkorde und brillante solistische Laufpassagen.

Die gewaltigen dynamischen Steigerungen beherrschte der Pianist scheinbar spielerisch. Traumhaft schön gestaltete er im Mittelsatz die einfühlsamen Dialoge mit den Streichern und Holzbläsern. Solist, Orchester und Dirigent wirkten präzise zusammen und führten eine faszinierende Mischung aus verführerischer Lyrik und erregenden Temperamentsausbrüchen vor. Das Publikum feierte den Tastenakrobat mit rauschendem Beifall. Feilmair revanchierte sich furios aufspielend mit dem „Allegro Appassionata“ von Camille Saint-Säens.

Anstelle der angekündigten drei Sätze aus Edvard Griegs „Peer- Gynt-Suite Nr. 1“ leitete das Konzert die fetzige Presto-Ouvertüre von Michail Glinkas zweiter Oper „Ruslan und Ljudmila“ ein. Zu einem zweiten Glanzpunkt des Abends geriet Beethovens 6. Sinfonie, F-Dur, op. 68 (Pastorale). Der Komponist soll über sein Werk gesagt haben: „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“. In diesem Sinne spielte das Orchester mit fein abgestuftem Klangreichtum. Dass Fitzner die Sätze 3, 4 und 5 ohne Unterbrechung verband, lag wohl an den Klatschern.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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