Fritzlarer Domchor, Instrumentalisten und Sänger beeindruckten beim Konzert

Feinfühlig und erhaben

Ausdrucksvolles Konzert im Fritzlarer St. Petri-Dom: Der Domchor, acht Instrumentalisten und zwei Gesangssolisten stimmten die Besucher auf die Karwoche ein. Foto: Auerbach

Fritzlar. Empfindsame und ausdrucksvolle Gesänge, zarte Streicher- und Harfenklänge sowie ein sanftes Orgelspiel vereinten sich und schwebten am Freitagabend durch den St. Petri-Dom von Fritzlar.

Zur Einstimmung auf die Karwoche zelebrierten der Domchor, zwei Gesangssolisten und acht Instrumentalisten geistliche Musik aus Frankreich. Gunther Hehenkamp, Chorleiter und Domorganist, gelang es vortrefflich, Sänger und Musiker fein aufeinander abzustimmen und sie zu einer großartigen Leistung zu führen.

Gestalterisch hob er jenen Geist hervor, der die französischen Werke kennzeichnet und der diese so hoffnungsvoll und menschlich wirken lässt. Im Mittelpunkt stand Gabriel Faurés siebenteiliges „Requiem“ op. 48, das 1888 in Paris uraufgeführt wurde.

Im Brennpunkt des lateinischen Textes stehen die Vergänglichkeit des Lebens und das Flehen um Erlösung und ewige Ruhe. Den friedvollen Charakter der Totenmesse vermittelten die Sänger und Musiker feinfühlig.

Anmutige Melodien

Erhabenheit drückte der Chor im ersten Satz „Introit et Kyrie“ (Eingang und Fürbitte) aus, als er für die Seelen der Verstorbenen: „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“ erbat. Bevor im dritten Satz „Sanctus“ (Heilig) der Chor mit markanten Stimmen das „Hosianna in der Höhe“ hervorhob, erklangen geradezu anmutige Melodien.

Große Innigkeit gab Anna Schaumlöffel dem vierten Satz „Pie Jesu“ (Milder Jesu) mit ihrem klaren Sopran. Im sechsten Satz „Libera Me“ (Erlöse mich) bat Christoph Krieg mit eindringlicher Stimme: „ Erlöse mich, Herr, vom ewigen Tod“. Wie zu einer Himmelfahrt schwangen sich die Sopranstimmen im letzten Satz „In Paradisum“ (Zum Paradies) empor und verkündeten mit dem Chor die trostvolle Botschaft Faurés und seine Vision, dass es nach dem Tod, nichts zu fürchten gibt.

Zu Beginn hatten Chor und Ensemble mit Faurés „Cantique de Jean Racine“ op. 11 (Lobgesang des Jean Racine) auf den Abend eingestimmt. Durchsichtige Chorstimmen und das grazile Klanggeflecht der Streicher vereinten sich in wundervoller Harmonie.

Viel zu schnell waren stimmungsvolle 90 Minuten vorüber, die zur geistigen Einkehr und Besinnung inspirierten. Im herrlichen Hall von St. Peter ließ der Chor mit dem berührenden, vierstimmigen „Notre-Père“ (Vater unser) von Maurice Duruflé das Konzert a-cappella ausklingen. Herzlicher Applaus.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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