Ausstellung in der Kreissparkasse Schwalm-Eder: Erich Euler bebildert die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes

Von der Feldpost bis zur Läuseabwehrkanone

Karten, Briefe, Schriftstücke und Fotos: Erich Euler und Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg in der Ausstellung. Foto: Rose

Ziegenhain. Schriftstücke, Zeitungsartikel, Lazarettpost, Literatur, Siegel- und Feldpostmarken sind erhaltene Zeichen für den Dienst am Nächsten. Erich Euler, seit 1963 Mitglied im Deutschen Roten Kreuz (DRK), sammelt seit Jahrzehnten jeden Schnipsel dieser Zeitdokumente.

Das Ergebnis seiner Sammelleidenschaft ist ab sofort in der Ziegenhainer Kreissparkasse zu sehen. Am Dienstag wurde die Ausstellung eröffnet.

Nach der Begrüßung durch den Leiter Dirk Siemon sprach Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Vizepräsidentin des DRK, zu den Gästen. „Das DRK wurde vor 150 Jahren von Henry Dunant gegründet und ist die größte humanitäre Hilfsorganisation der Welt.“ Bis heute richte sich der Verein nach dem Grundgedanken, Elend zu lindern. Täglich kämpften die Menschen an der Basis mit den Herausforderungen der Gegenwart. Schenck zu Schweinsberg erinnerte in diesem Zusammenhang an humanitäre Einsätze in Haiti und Libyen.

Im Jahr des Europäischen Freiwilligendienstes rief die Vizepräsidentin zum Mitmachen auf: „In unseren Gesetzen sind Sozialleistungen verankert, die jedem zugute kommen. Deshalb finde ich, dass jeder einen freiwilligen sozialen Beitrag leisten könnte.“

Den Gedanken des Dienst am Nächsten aufrecht zu erhalten, ist Erich Euler ein echtes Anliegen. Er ist Mitglied einer seit 1959 bestehenden Motivgemeinschaft, in der sich 130 Menschen aus zehn europäischen Ländern engagieren. Sie alle sichten Nachlässe und Privatsammlungen, ordnen Karten, Belege, Briefe, Orden, Dienstabzeichen, Stempel, Briefmarken und vieles mehr.

Allein 5000 bis 6000 Exponate hat Erich Euler in seinem kleinen Archiv in Berfa angesammelt. Etwa die Hälfte der wertvollen Papiere ist in den kommenden Wochen in der Kreissparkasse ausgestellt. „Ich bin vorbelastet. Schon mein Vater war Rot-Kreuz-Mitglied“, erzählte er. Lange Jahre war Euler Vorsitzender des Ottrauer Ortsverbandes.

Unter den Zeitdokumenten findet sich auch Kurioses: Etwa ein Foto einer so genannten Läuseabwehrkanone. „Das war ein Dampfkessel zur Reinigung der Hemden. Die Läuse wurden dabei kurz geröstet“, erklärte Erich Euler. Ein großer Wunsch von Euler und Schenck zu Schweinsberg wäre es, in naher Zukunft ein Museum einzurichten. „Vielleicht finden sich irgendwo Räumlichkeiten für diese beeindruckende Sammlung“, sagte die Vizepräsidentin. (zsr)

Quelle: HNA

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