„Lebenswertes Felsberg"

In Felsberg gibt`s eine neue Bürgerinitiative gegen Südlink

Auch die Felsberger wehren sich gegen Südlink: Unser Foto zeigt Starkstromleitungen zwischen Deute und Böddiger. Foto: Schaake

Felsberg. Gegen die geplante Stromtrasse Südlink formiert sich in Felsberg Widerstand. Am Donnerstag haben 22 Felsberger eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. Der Name: „Lebenswertes Felsberg".

Gegen die geplante Stromtrasse Südlink formiert sich vielerorts im Schwalm-Eder-Kreis Widerstand - jetzt auch in Felsberg. Am Donnerstagabend haben 22 Felsberger eine Bürgerinitiative (BI) gegründet, die gegen den Bau der Stromtrasse kämpfen will. Sie nennt sich „Lebenswertes Felsberg“. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Hilmar Löber und einer seiner Stellvertreterinnen, Erika Carstensen-Bretheuer (beide 61), über Pläne und Ziele der BI.

Was will die Bürgerinitiative erreichen? 

„Wir sind der Auffassung, dass Stromtrassen wie Südlink nicht gebraucht werden - ob in Felsberg oder anderswo. Deshalb wollen wir verhindern, dass diese Trassen gebaut werden“, sagt Erika Carstensen-Bretheuer.

Geht es der BI nur um Südlink? 

Nein. „Wir werden alle Projekte unterstützen, die zur dezentralen Energieversorgung und zum Energiesparen beitragen“, erklärt Carstensen-Bretheuer. Denn alle Mitglieder der BI wollten sich für die Energiewende einsetzen, das sei Konsens. „Südlink zerstört dezentrale Energiestrukturen, auch deshalb sind wir dagegen.“

Welche konkreten Pläne hat die BI? 

„Wir denken, dass noch viel Informationsbedarf bei den Bewohnern von Felsberg besteht“, sagt Carstensen-Bretheuer. Und diesen Bedarf will die BI decken - indem sie direkt das Gespräch mit den Menschen sucht. „Wir werden Unterschriften gegen die Stromtrasse sammeln und an verantwortliche Politiker übergeben“, kündigt Löber an. Außerdem wolle man Tennet dazu bewegen, eine Informationsveranstaltung zu Südlink in Felsberg anzubieten. Zunächst aber ruft die Felsberger BI dazu auf, an der Demonstration gegen Südlink am 28. November in Homberg teilzunehmen.

Wer kann bei der Felsberger BI mitmachen? 

Jeder, der sich gegen Südlink und für die Energiewende engagieren möchte. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen, stellen Löber und Carstensen-Bretheuer klar. Aber auch ohne Mitgliedschaft könne man sich an Aktionen der BI beteiligen. Das nächste Treffen der Initiative findet am Montag, 24. November, ab 18 Uhr im Karl-Angersbach-Haus in Neuenbrunslar statt. Interessierte können zu diesem Treffen kommen oder den BI-Vorsitzenden Hilmar Löber per E-Mail kontaktieren: hilmar.loeber@web.de

Mögliche Trassen durch Felsberg

Sechs der Planungsentwürfe für den Trassenverlauf der Höchstspannungsleitung Südlink würden durch das Felsberger Stadtgebiet verlaufen:

• ALT 029: Westlich von Obervorschütz kommend verläuft sie zwischen Niedermöllrich und Lohre, quert die Eder, führt über Harle weiter südlich von Hesserode nach Mosheim und von dort weiter Richtung Süden.

• ALT 036: Sie verläuft westlich und südlich von Obervorschütz kommend südlich anNiedervorschütz vorbei direkt über das Stadtgebiet von Felsberg weiter südlich von Gensungen über Rhünda und weiter zwischen Hilgershausen und Helmshausen westlich an Mosheim vorbei Richtung Süden.

• ALT 037: Ähnlicher Verlauf wie ALT 036, nach Hilgershausen führt sie jedoch weiter östlich an Mosheim vorbei zur A7.

• ALT 039/42/44: Diese Trassenvorschläge verlaufen im Stadtgebiet Felsberg ähnlich: zwischen Deute und Wolfershausen nördlich an Neuenbrunslar vorbei zur A7, von dort parallel zur A7 zwischen Heiligenberg und Hesslar durch den Markwald Beuerholz weiter südlich.

Bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative fanden auch Wahlen statt. Die Ergebnisse: 

Vorsitzender: Hilmar Löber

Stellvertretende Vorsitzende: Ramon Fromm und Erika Carstensen-Bretheuer

Schriftführerin: Sabine Rüger

Kassiererin: Martina Braun

Beisitzer: Eva Gebert, Tanja Gröbner, Axel Kulhanek, Peter Straka

Revisoren: Werner Bolz und Babette Tanner

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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