Während Umbau: Felsberger Kindergarten zieht in den Bürgersaal

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Neue Unterkunft für ein halbes Jahr: Anna Heimel, Feli Salzmann, Alina Czaja und Johanna Fischer im Bürgerhaus in Felsberg, in das der evangelische Kindergarten übergangsweise umzog. Dort buken sie Martinsgänse.

Felsberg. Wo sonst die Stadtverordneten tagen, spielen jetzt 90 Kinder der evangelischen Kindertagesstätte, denn der Kindergarten in der Stadt wird umgebaut.

Bis die Räume der Kindertagesstätte in einem halben Jahr fertig sind, werden die Kinder im Bürgersaal betreut.

Der Umzug 

Für Kindergartenleiterin Ingrid Schäfer ist das eine gute Lösung. Die Kinder würden sich sogar freuen über den „neuen“ Kindergarten. Der Umzug sei ohne große Schwierigkeiten von statten gegangen. Mobilar, Schränke, Spielsachen, Tische, Stühle, Garderoben und Bücher.

All das wurde von den Erzieherinnen verpackt, die Mitarbeiter des Bauhofs brachten die Gegenstände an Ort und Stelle.

Im Bürgersaal stapeln sich Puppenbettchen und Bobbycars, im Flur ist die Ecke mit dem Jungenspielzeug, wie Autos untergebracht, auf der Bühne im Bürgersaal spielen die Kinder in der Puppenecke.

Spielen rund ums Rathaus 

Eine Cafeteria, das Atelier und die Kuschelecke konnten untergebracht werden. „Wir haben hier genug Platz“, sagt Ingrid Schäfer. Rund um das Gelände wurde ein Bauzaun mit einer Eingangstür aufgestellt. Ein großer Sandkasten und gestapelte Baumstämme zum Klettern wurden im Außenbereich aufgebaut.

Krippe bleibt am Standort 

Die Krippengruppe für Kinder, die bereits ab einem Jahr dort betreut werden, bleibt am Standort in der Stadt. Der Anbau am Kindergarten ist von den Umbauten nicht betroffen. „Die Krippe ist im angrenzenden Gebäude untergebracht“, sagte Schäfer.

Umbau der Kita

Der Umbau sei nötig, weil der Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren gestiegen sei, sagte die Mitarbeiterin im Bau- und Umweltamt, Nicole Viereck.

Neuer Sanitärbereich 

In den beiden Etagen soll auf zwei Ebenen der Sanitärbereich erneuert werden. Dort soll ein Baby-WC sowie ein Wickeltisch eingebaut werden, der jeweils von zwei Gruppen genutzt werden kann. Pro Ebene soll dazu ein etwa 20 Quadratmeter großer Ruhe- und Rückzugsraum geschaffen werden. In den alten Bädern werden Matsch- und Kreativbereiche entstehen. Dort könnten die Kinder mit Sand und Farben experimentieren und eine andere Art von Körpererfahrungen machen.

Fluchttreppe 

Es soll eine neue Fluchttreppe geben und im Untergeschoß wird der Brandschutz optimiert. Der gesamte Umbau soll rund 500 000 Euro kosten; davon übernimmt der Bund 300 000 Euro.

Faserplatten keine Belastung 

ie Luft im Rathaus rund um den Bürgersaal ist nicht mit künstlichen Mineralfasern (KMF) belastet. Das teilte die Diplomchemikerin Dr. Charlotte Herrnstadt, Sachverständige für Innenraumschadstoffe aus Kassel, mit. Sie hatte im Auftrag der Stadt Felsberg die Luft noch eigens gemessen, bevor die Kinder in das Gebäude umzogen. Das Ergebnis habe sie nicht überrascht. Hernnstadt habe bereits 2009 umfangreiche Untersuchungen angestellt.

Im oberen Bereich des Rathauses beginnen demnächst die Sanierungen, dabei werden auch die Decken erneuert. Auch dort gebe es keine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Mineralfaserplatten, auch wenn einige Platten defekt sein. Wenn sie normal benutzt würden, seien keine Gefahren zu erwarten. Aus gesundheitlichen Gründen gebe es kein Muss, die Platten auszutauschen. „Niemand wird durch den Bestand gefährdet“, sagte sie. Der Arbeitsschutz sehe vor, nur bei Abriss, Sanierung und Instandhaltung vor 1996 eingesetzte Platten zu ersetzen.

Quelle: HNA

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