Felsberger Schwimmbad erhält behindertengerechte Toiletten

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In diesem Gebäude soll die behindertengerechte Toilette eingerichtet werden: von links Uwe Freudenstein, Behindertenbeauftragter Kolja Sippel und Bürgermeister Volker Steinmetz gehen davon aus, dass der Umbau bis Mitte Mai fertig ist.

Felsberg. Auf die Toilette hat Kolja Sippel, Felsberger Behindertenbeauftragter und Vorsitzender des Fördervereins des Schwimmbads, lange gewartet: „Seit 1987 setze ich mich dafür ein.“ Zur Öffnung des Felsberger Freibads am 15. Mai soll es dort eine behindertengerechte Toilette, Dusche und Umkleide geben.

Warum es fast 30 Jahre gedauert hat, bis diese Idee umgesetzt wurde? „Es ist immer gesagt worden, dass wir eine große Lösung brauchen: Ein gemeinsames Toilettenhäuschen für Schwimmbad und Campingplatz“, erklärt Sippel.

Denn die Besucher des angrenzenden Campingplatzes nutzen die Freibad-Toiletten mit - und müssen dazu über das gesamte Schwimmbadgelände laufen. Deshalb war angedacht, gemeinsame Toiletten direkt an der Grenze zum Campingplatz zu errichten. Auch der Freibad-Kiosk hätte in ein solches Gebäude mit einziehen sollen. „Aber dafür fehlte der Stadt das Geld“, sagt Sippel, der die Diskussionen selbst zwei Jahre lang als Stadtverordneter miterlebte.

15.000 Euro vom Förderverein 

Das bestätigt auch Bürgermeister Volker Steinmetz: „Der Bau einer solchen Anlage hätte, je nach Variante, zwischen 58.000 und 160.000 Euro gekostet.“ Deshalb gehe man jetzt mit der Einrichtung einer Behindertentoilette zumindest den ersten Schritt. „Langfristig kann auch die große Lösung noch umgesetzt werden“, sagte Steinmetz. Nun soll der jetzige Sanitätsraum, den außerdem das Schwimmbad-Personal zum Duschen und Umkleiden nutzt, barrierefrei umgebaut werden. „Es braucht eine freie Fläche von 1,50 mal 1,50 Meter zwischen Toilette, Dusche und Umkleidekabine, damit man sich dazwischen mit dem Rollstuhl frei bewegen kann“, erklärt Uwe Freudenstein vom städtischen Bauamt. Man werde den Umbau so gestalten, dass Dusche und WC jeweils von beiden Seiten aus zugänglich sind. Außerdem wird die Stufe am Eingang des Gebäudes durch eine rollstuhlgeeignete Rampe ersetzt.

Um Platz für einen neuen Sanitätsraum zu schaffen, wird eine der beiden Familienumkleiden geteilt und umgebaut.

25.000 Euro hat die Stadt für den Umbau im Haushalt bereitgestellt. Der Förderverein des Schwimmbads gibt 15.000 Euro dazu. Ursprünglich waren 11.200 Euro angedacht, doch wegen der hohen Spendenbereitschaft hatte der Verein die Summe aufgestockt.

Darüber hinaus spendet Kreissparkasse Schwalm-Eder anlässlich ihres 175-jährigen Bestehens 1000 Euro für die Inneneinrichtung des Toiletten-Raums.

 

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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