Gastelterninitiative: 16 Kinder aus Rudnja erholen sich derzeit in der Region

Ferien in der Schwalm

Zu Gast in der Schwalm: Die Gastelterninitiative Kinder von Tschernobyl kümmert sich aktuell um 16 Kinder, die am Wochenende nach 27 Stunden Busfahrt endlich in der Region ankamen. Foto: Rose

Schwalm. 1986 ereignete sich in Tschernobyl eine der größten Nuklearkatastrophen: Noch immer setzt der Reaktor Strahlung frei. „Die Halbwertzeit ist enorm. Eigentlich müssten die Menschen in der Region ausgesiedelt werden“, sagt Georg Ebener. Der Treysaer organisiert seit mehr als 20 Jahren zusammen mit seiner Frau Sigrid und vielen Helfern einen Ferienaufenthalt für die Kinder aus Rudnja.

Die Gastelterninitiative kümmert sich aktuell wieder liebevoll um 16 Kinder, die am Samstag nach 27 Stunden Busfahrt in der Schwalm ankamen. Am Dienstag wurden sie im Haus für Gemeinschaftspflege von Bürgermeister Dr. Gerald Näser und dem Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker begrüßt. Georg Ebener erklärte, warum das Engagement ihm noch immer so wichtig ist: „Die Menschen versorgen sich immer noch überwiegend aus dem eigenen Garten. Die Ferien sind für die Kinder wichtig, um sich zu erholen und um gesundes Essen zu sich zu nehmen. Sie blühen hier wirklich auf.“

Warnende Durchsagen

Nach wie vor gebe es im Ort Lautsprecher, über deren Durchsagen die Menschen informiert würden, wenn der Wind ungünstig stehe. Auch diesmal ist es wieder gelungen für die 16 Kinder der fünften und sechsten Klasse zehn Gastfamilien zu finden. Angereist ist die Gruppe mit vier Betreuern und ihrem Schulleiter.

„Wir danken den Eltern sehr für ihre große Bereitschaft“, sagte Ebener. Erfreulich sei, dass drei neue Gastfamilien Kinder aufgenommen hätten.

Knapp drei Wochen werden die Schüler in der Schwalm verleben. Georg Ebener hat ein tägliches Programm für die Gäste zusammen gestellt. Seit vielen Jahren zeigen Vereine und Verbände, Schulen und Kirche sowie Einrichtungen und Gastronomen die Bereitschaft mitzugestalten. Becker lädt die Kinder in den Wildpark Knüll ein, die Stadt stellt Karten fürs Freibad zur Verfügung, das Jugendzentrum ist wichtiger Anlaufpunkt.

Für das Mittagessen sorgen regionale Gastwirte. Reihum sind die Gäste in verschiedene Restaurants eingeladen. Auch privat engagieren sich viele Menschen in der Initiative: Die Familie von Urff empfängt die Gruppe in Niederurff, ebenfalls die Familie Kalbfleisch in Willingshausen. Ein Erlebnis wird die Fahrt in einen Freizeitpark sein.

Spende zum Geburtstag

„Das Geld dafür stammt von einem Spender, der zum Geburtstag für unsere Initiative gesammelt hat“, erklärt Ebener. Dabei sind alle froh, dass die Reise in die Schwalm noch gelungen ist: „Die Behörden haben uns dieses Mal große Schwierigkeiten gemacht“, erzählt der Organisator. Zuletzt habe sich die Stadt Schwalmstadt eingeschaltet und sei bei Formalitäten behilflich gewesen. „Wir freuen uns, dass ihr da seid. Und in unserem Landkreis seid ihr auch später – als Erwachsene – immer willkommen“, sagte Winfried Becker. 

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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