Ferienpark Silbersee: Neue Betreibergesellschaft weist Kritik zurück

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Party im Feriendorf am Silbersee: Aus Sicht der neuen Betreibergesellschaft verhalten sich die Gäste der Party-Reisen vernünftig. Sie sicherten zudem den Bestand der Anlage.

Frielendorf. Partygäste schaden nicht dem Tourismus, sondern sie sichern den Bestand des Ferienparks am Silbersee, sagt Rainer Sander, Geschäftsführer der neuen Ferienwohnpark Silbersee GmbH (iG). Damit weist er Kritik zurück, die 22 unabhängige Hauseigentümer an den Party-Reisen in das Feriendorf geäußert hatten.

Die Kritiker hatten als Interessengemeinschaft eine Petition an das Land abgegeben, in der sie unter anderem das Ende der Party-Veranstaltungen gefordert hatten. Bis zur Vorlage eines „nachhaltigen Tourismuskonzeptes“ sollten die öffentlichen Förderungen an die Gemeinde Frielendorf unter Vorbehalt gestellt werden.

Die Ferienwohnpark GmbH (iG) lässt die Kritik nicht gelten. Seit 20 Jahren kämen Partygäste mit dem Anbieter Müller-Touristik an den Silbersee, sagt Sander. An den Veranstaltungen nähmen vor allem Vereine mit Mitgliedern von der Hausfrau bis zum Facharzt teil. Das Altersspektrum reiche von 18 bis über 65 Jahre. Keineswegs stürzten diese Gäste alle betrunken durch Frielendorf. Auf jeder halb so gut besuchten Kirmes gebe es mehr Polizeieinsätze.

Von illegalen Diskoveranstaltungen zu sprechen, wie es die Interessengemeinschaft getan hatte, sei Effekthascherei, findet Sander. Denn in den vergangenen 20 Jahren hätten auch die Beschwerdeführer von diesen Gästen gelebt. Zudem gebe es keinen Zusammenhang zwischen sinkenden Gästezahlen und den Partys. „In den Jahren, als die Gästezahlen höher lagen, seien gleichzeitig mehr Partygäste ins Feriendorf gereist“, sagte Sander. Die Gründe für den Attraktivitätsverlust seien eher beim Zustand einiger Häuser zu suchen.

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Auch das Argument der Lärmbelästigung weist die Ferienwohnpark GmbH (iG) zurück: Partywochenenden lägen außerhalb der Saison, und sie seien im Saal des Restaurants besser abgeschirmt als manch private Aktion, die auf dem Gelände stattfinde.

Von den 22 unabhängigen Hauseigentümern, die sich organisiert hätten und etwa 18 weiteren, die ihr Haus ebenfalls außerhalb der Gesellschaft selbst verwalteten, nutzen einige ihr Objekt lediglich als Wochenendhaus. Damit sabotieren sie aus Sicht der Betreibergesellschaft den touristischen Ansatz der Gemeinde.

Vor zehn Jahren seien es einzelne Hauseigentümer gewesen, die ihr Ferienhaus selbst vermarktet hätten. Inzwischen seien es fast 40, die glaubten, es ginge allein. Die Wahrheit sei, dass der Markt für diese Art der Vermietung dadurch nicht größer geworden sei.

Die insolvente Gesellschaft sei in der vergangenen Hauptsaison ausgebucht gewesen und ihre Nachfolgerin, die Ferienwohnpark Silbersee GmbH (iG), werde dies auch in diesem Jahr schaffen, ist sich Geschäftsführer Sander sicher. Es sei eine hilflose Geste, jetzt nach dem Bürgermeister, dem Landrat und dem Minister zu rufen, um der Gesellschaft auf dem Rechts- und Beschwerdeweg das Leben schwer zu machen. (bal)

Quelle: HNA

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