Neu-Isthaer stellten Dorfgemeinschaft ihre alte Heimat vor

Volles Haus: Die Besucher des Museumscafés genossen den Nachmittag der Kulturen.

Istha. Istha ist nicht groß genug, um sich nicht schon mal auf der Straße begegnet zu sein. Und nicht klein genug, um Genaueres zu wissen über jene Mitbürger, die Tausende von Kilometern fern ihrer alten Heimat hier neue Wurzeln geschlagen haben. Menschen aus zehn Nationen leben in dem Wolfhager Stadtteil.

Die Kultur ihrer Herkunftsländer der Dorfgemeinschaft näherzubringen, ist Absicht des Fördervereins Istha, der am Sonntag zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen hatte.

Ein Multi-Kulti-Nachmittag, so der vom Veranstalter gewählte Titel, mit eindrucksvollem Erfolg. Beim Museums-Café in der alten Schule herrschten drangvolle Enge und sichtbares Interesse. Die Besucher reisten mit Augen, Ohren und Gaumen in nur drei Stunden zunächst nach Sibirien, von dort in die Dominikanische Republik und schließlich nach Peru und auf die Philippinen.

Vier Neu-Isthaer stellten ihre Heimatländer und deren Kulturen nicht nur mit Worten und Fotos vor. Selbst zubereitete kulinarischen Spezialitäten ließen sie die Besucher kosten und damit die fernen Erdteile auf der Zunge erleben: etwa Piroschki aus Russland, frittierte Kochbananen und Süßkartoffeln aus der Dominikanischen Republik, gefüllte Frühlingsrollen von den Philippinen und Empanadas Colombianas aus Peru.

Dass sich auf den Servierplatten nicht das peruanische Traditionsgericht gebratenes Meerschweinchen, wie auf einem der Fotos gesehen, fand, nahm das Publikum mit Erleichterung zur Kenntnis.

Dazu „Paloma Blanca“ und „Bésame mucho!“: Ein Hauch von Karibik wehte durch den Veranstaltungsraum, als Pedro Soriano und sein Landsmann Domingo Holguin (Niedermeiser), beide stammen aus der Dominikanischen Republik, mit lateinamerikanischer Musik auf Originalinstrumenten exotisches Flair beisteuerten. Wie kam der Musiker und Maler Pedro nach Istha? „Durch die Liebe“, verrät er gleich zu Beginn seines Vortrags augenzwinkernd.

Bereits fünf Jahre vor Pedro, nämlich 1992, hatte sich die Russlanddeutsche Emma Janz mit ihrer Familie in Istha niedergelassen. Sie kam aus dem Gebiet Novosibirsk. Malou Schluz von den Philippinen lebt seit 13 Jahren in Istha und ist hier ebenso mit einem Deutschen verheiratet wie Rosalina Isabel Rewald aus Peru.

Einen Probelauf nannte Ortsvorsteher und Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Hensel diese zunächst auf vier Erzählgäste beschränkte erste Multi-Kulti-Aktion und versicherte: „Alle anderen werden nicht vergessen.“

Die weiteren Nationen sollen in nicht so ferner Zukunft ebenfalls zum Zuge kommen: im Idealfall bei freundlichem Wetter mit einem Multi-Kulti-Fest auf dem alten Schulhof.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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