Fernöstliche Teezeremonie in der Schwalm

 

Willingshausen. Herzlich und heiter war der Empfang, den die Willingshäuser um Ortsvorsteher Reinhold Corell und die Landfrauen ihren Gästen aus Japan am Gerhardt-von-Reutern-Haus bereiteten. Bei Umtrunk und Häppchen wurde im Haus viel gescherzt und gelacht.

Mit Kameras versuchten Japaner und Schwälmer, den Moment festzuhalten.

Die Gäste, Erzieherinnen von den drei größten japanischen Inseln, waren am Tag zuvor in Frankfurt gelandet. Begleitet wurden die Japanerinnen auf ihrem Weg entlang der Deutschen Märchenstraße zu ihrem Aufenthalt in Willingshausen von Gruppenleiter Masaharu Higuchi und Dolmetscherin Naomi Fried, die gemeinsam mit Tochter Maiko übersetzte.

Mit seiner Familie war Bürgermeister Heinrich Vesper gekommen, um die Gäste willkommen zu heißen. Tochter Elisa (6) und Anna Plag (6) aus Wasenberg waren zu Ehren der Besucher in ihre stolzen Schwälmer Trachten gekleidet. 30 Jahre kultureller Austausch waren Anlass für einen Rückblick auf gemeinsam Erlebtes und einen Ausblick auf eine neue Phase der japanisch-deutschen Freundschaft. Masaharu Higuchi dankte den Willingshäusern für ihr Engagement. Sie kämen bestimmt einmal in die Schwalm zurück, sagte er. Für die Merzhäuser Kirche überreichte der Gast aus Japan eine Spende an Pfarrer Carsten Simon aus Wasenberg, der sie stellvertretend für den Willingshäuser Pfarrer Markus Wagner-Breidenbach entgegennahm.

Michiko Miura und Hiroko Tanaka weihten die Schwälmer in die Tradition der japanischen Teezeremonie ein. Für einen fröhlichen Ausklang sorgte ein Liedvortrag der Gäste, die nach nur einer gemeinsamen Probe beherzt lossangen.

Seit nunmehr 30 Jahren machen japanische Gäste auf ihrer Reise durch Deutschland Station in der Schwalm. Freundschaftliche Kontakte pflegen die Japaner besonders zur Künstlerkolonie Willingshausen. Während ihres Aufenthaltes in der Schwalm waren japanische Erzieherinnen in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig in Willingshäuser Familien untergebracht. Betreut wurden die Gäste in dieser Zeit mit großem Engagement von Anneliese Heipel-Biedebach aus Ziegenhain. Ihre Ankündigung, sich nach 30 Jahren aus Organisation und Betreuung zurückzuziehen, ließ beim Rückblick auf die gemeinsame Zeit ein wenig Wehmut aufkommen. Der Kontakt zu den Japanern sei einst durch ihr ehrenamtliches Engagement für die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße, entstanden, sagte Anneliese Heipel-Biedebach im Gespräch mit der HNA.

Sie nehme wunderschöne Erinnerungen an den kulturellen Austausch und den Besuch der einzelnen Gruppen mit. Sechsmal sei sie selbst in Japan gewesen und von Land und Leuten beeindruckt worden. Ihr Dank ginge an all diejenigen, die ihr diese wichtigen und erlebnisreichen Erfahrungen ermöglicht hätten. An den freundschaftlichen Kontakten halte sie fest. (zhk)

Quelle: HNA

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