Georg-August-Zinn-Schüler aus Morschen lernten drei Tage lang, bei den Medien genauer hinzuschauen

Fernsehen als tolle Hausaufgabe

Drehen einen eigenen Werbespot: Viviene Eimers, Jenny Teichrieb, Jonas Gipper, Anna-Lena Salzmann, Selina Salzmann, Jouline Moser und Lena Urban (von links) von der Georg-August-Zinn-Schule in Morschen machen Reklame für die Hausaufgabenerledigungsmaschine, die sie erfunden haben. Und lernen einen bewussteren Umgang mit Medien. Fotos:  Brandau

Morschen. Diese Hausaufgaben würden die Viertklässler der Georg-August-Zinn-Schule garantiert gerne jeden Tag mit Wonne erledigen: Jörg Ruckel, Trainer beim Projekt „Medien machen Schule“, hatte die Mörscher Kinder mit einer klaren Ansage nach Hause geschickt – sie sollten sich vor den Fernseher setzen.

Was für viele Eltern seltsam klingt, hat für Jörg Ruckel einen Sinn: „Nur wer bewusst hinsieht, bekommt ein Gefühl dafür, wie Nachrichten moderiert werden, wie Werbespots funktionieren.“

Der Medienpädagoge vom Offenen Kanal in Kassel will Kinder sensibilisieren. Für einen bewussten und kritischen Umgang mit Internet, Fernsehen, Zeitungen. Und er will ihnen die Möglichkeiten aufzeigen, die all diese Medien bieten.

Ruckel fragt genau nach, will wissen, was Kinder gucken, hören, googeln, filmen. „Sie sollen ein Gefühl dafür bekommen, dass sie Medien nicht nur konsumieren, sondern sie auch nutzen können, um sich Informationen zu beschaffen“, sagt Ruckel. Es geht also bei Medien machen Schule im Wortsinne darum, sich schlau zu machen. Die Mörscher Grundschüler hatten keine Scheu vor Kamera, Mikrophon, Internet. Sie drehen in dieser Woche einen Werbespot für eine Hausaufgabenerledigungsmaschine. Die funktioniert nach einem simplen Prinzip: Leeres Blatt oben rein, volles Blatt unten raus. Super Idee, findet auch Schulleiter Michael Appel. Er meint damit sowohl das Projekt als auch die lustige Maschine. „Wir kommen als Schule nicht drum herum, Kinder auf die moderne Medienwelt vorzubereiten“, sagt Appel. „Sie wachsen ja direkt hinein.“

Die Viertklässler löcherten Jörg Ruckel drei Tage mit Fragen. Die Schönste: Ob denn der Amerikakorrespondent jeden Morgen nach Amerika fliegt, dort kurz vor der Kamera berichtet und sich abends wieder in den Flieger nach Hause setzt.

Ruckel hat Antworten auf alles. Auch auf die Frage, ob er denn die Schüler für die Gefahren des Internets sensibilisiert. Das wollten auch viele Eltern wissen, sagt er. „Natürlich beinhaltet das Internet Risiken“, sagt Ruckel. „Vor allem aber bietet es endlos viele Möglichkeiten. Und je eher Kinder diese Möglichkeiten kennen und nutzen lernen, desto besser.“ ARTIKEL RECHTS

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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