Konzert mit jiddischen Liedern der Gruppe Aufwind in der Stadtkirche Zierenberg

Fesselnde Klezmer-Musik

Konzerrt mit Klezmermusik und jiddischen Lieder in der Stadtkirche: Das Berliner Ensemble Aufwind zog die Zuhörer in seinen Bann. Foto: zih

Zierenberg. Man sah es ihnen an und spürte es förmlich: Viele der über 100 Besucher am Samstagabend in der Zierenberger Stadtkirche schienen mit ihren Emotionen zu kämpfen:

Um nicht zu weinen oder zu lachen, mitzusingen oder gar aufzustehen, um sich im Rhythmus der gefühlsbetonten Melodien im Kirchenschiff fröhlich zu bewegen. So sehr wurden die Besucher von dem, was sie hörten, in den Bann gezogen.

Das gemeinsam vom Kulturforum Zierenberg und dem Förderverein der historischen Stadtkirche Zierenberg initiierte Konzert mit der ungewöhnlichen und für viele unbekannten Klezmer-Musik sorgte für Gänsehautstimmung. Und auch dem aus Claudia Koch (Violine), Hardy Reich (Banjo, Mandoline), Andreas Rohde (Bandonion), Jan Hermerschmidt (Klarinette, Flöte) und Janek Skirecki (Bass) bestehenden Ensemble Aufwind aus Berlin spürte man bei ihren jiddischen Liedern mit jedem gesungenem Text und jedem Ton die pure Lebensfreude an.

Bilder werden zu Klängen

Denn ein Klezmermusiker, das Wort Klezmer kommt aus dem hebräischen „clei zemer“ und beschreibt die Einheit von Musiker, Instrument und Lied, drückt vokal und instrumental sein Empfinden und sein Denken, seine Eindrücke und Bilder unmittelbar in Klang aus. Bei dieser besonders intensiven Spielweise im Spannungsfeld zwischen getragenen Klängen und ausgelassener Lebensfreude wird das Instrument zur Verlängerung der menschlichen Stimme. Das ist Klezmer.

Traurig und fröhlich

Der weltbekannte russische Komponist Dimitrji Schostakowitsch hat einmal über die jiddische Musik gesagt: „Jede Volksmusik ist schön, aber von der jiddischen muss ich sagen, sie ist einzigartig.“ Davon überzeugten sich auch die Besucher in der Stadtkirche. Sie bekamen von Aufwind einen Musikgenuss geboten, der fröhlich und zugleich traurig machte.

Eine Musik, die von Herzen kam und zu Herzen ging. Eine Musik, die trotz erfrischendem Schwung, trotz mitreißendem Rhythmus und eingängigen Melodien immer auch etwas die tragischen Seiten des Lebens beleuchtet.

Klezmer ist traditionelle Volksmusik, deren Wurzeln in der Folklore Osteuropas liegen, verschmolzen mit dem typischen Klang jiddischer Lieder.

Hinzu kommen vielfältige Einflüsse aus Nordamerika, hier vor allem ausdrucksstarker und zum Teil auf Improvisation beruhender Stilrichtungen wie Gospel, Blues und Jazz. Diese ausgelassene und meist fröhliche Musik wurde oft an Festen wie Hochzeiten oder Feiertagen gespielt, sie wird allen Gefühlen gerecht.

Dafür war die Gruppe Aufwind auch in Zierenberg ein Garant. (zih)

Quelle: HNA

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