Fest der Begegnung war voller Erfolg

300 Gäste kamen in die ehemalige Jugendherberge in Melsungen

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Gemeinsames Essen: Ingrid Deuhsen, Rita Möller, Imran Ali, Gulam Mustafa, Muhummad Alyas, Amanat Mughal und Muzammul Rehman, Claudia Kühlborn und Stefanie Ullrich-Heinemann waren aus Günsterode gekommen, um zu feiern. 

Melsungen. Essen, Musik, Tanz, Sport und Spiele verbinden Menschen auf der ganzen Welt. 

All das gab es auch am Wochenende an der ehemaligen Jugendherberge in Melsungen beim Fest der Begegnung. 300 Gäste waren der Einladung zu der Feier gefolgt.

Dort wohnen seit drei Monaten 60 Flüchtlinge. Die Männer, Frauen und Kinder stammen überwiegend aus Syrien und Afghanistan. Der jüngste Bewohner der Unterkunft ist erst acht Tage alt und war Gesprächsthema beim Fest der Begegnung.

Gut besucht: 300 Gäste waren zu der ehemaligen Jugendherberge gekommen. Gemeinsam feierten sie ein buntes Fest .

Um ins Gespräch zu kommen und sich kennen zu lernen, waren viele Melsunger zu dem Fest gekommen. Nicht nur die Nachbarn aus der Umgebung, auch Familien aus anderen Teilen der Stadt feierten mit. Darunter waren Silke und Oliver Engl mit ihren beiden Kindern Frieda und Jakob.

Sowohl über die Kirchengemeinde als auch durch den Kindergarten sind sie mit den Familien aus der Flüchtlingsunterkunft in der Lindenbergstraße bereits in Kontakt gekommen. Das wollten wir bei der Feier im lockeren Rahmen gerne vertiefen, sagte Silke Engl. Beim Buffet, das von den Flüchtlingsfamilien bereitet wurde, galt für Familie Engl das Motto: Wer probiert, der lernt eine neue Welt kennen.

Was beim Essen klappt, das gelinge auch zwischen Menschen, ist sich Oliver Engl sicher. Die Kinder Frieda und Jakob machten es am Stand der Melsunger Turngemeinde vor und tobten gemeinsam mit Semira Hamda über die blauen Sportmatten vor dem Haus. Glücklich über das Fest war eine Flüchtlingsgruppe aus Günsterode. Sie waren mit ihren Sprachpaten aus dem Ort nach Melsungen gekommen.

Besondere Atmosphäre

Leckere Torte: Sanar Rezae (links) hatte gebacken. Elisabeth Fraune (rechts)und Aguila Bazkhan halfen an dem Buffet.

„Die Atmosphäre bei den Menschen, die hier im Haus wohnen, ist eine ganz besondere“, sagte Renate Mahler-Heckmann. Sie ist Nachbarin, und gehört zum Organisationsteam. Ein Fest des Willkommens und der Dankbarkeit sei der Nachmittag an der ehemaligen Jugendherberge.

Das bekräftigten alle Teilnehmer mit einer besonderen Geste: Sie legten eine Hand auf das Herz, die andere reichten sie dem Nachbarn und sahen sich in die Augen . Das bedeute: „Ich heiße dich willkommen, friedlich und von ganzem Herze“, übersetzte Renate Mahler-Heckmann den Gruß. „Wäre es überall so, wie hier in Melsungen, dann hätten wir auf der ganzen Welt Frieden“, sagte sie.

Abdruck auf Holzwand

Die Aktion „Wir reichen uns die Hände“ war nur eines der vielen Angebote beim Fest der Begegnung am Samstagnachmittag.

Die Nachbarn der Flüchtlingsfamilien hatten zwei große Holzwände aufgebaut, auf denen jeder, der an dem Fest teilnahm, seinen Handabdruck hinterlassen konnte.

Beide Holzwände sollen im Aufenthaltsraum der Unterkunft angebracht werden. Es waren auch die jetzigen Nachbarn gewesen, die die Idee hatten, die leer stehende Jugendherberge in der Stadt Melsungen für als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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