Fest in der Hummelwerkstatt: Besucher kamen kleinen Brummern ganz nah

+
Werkeln für die Insekten: Der achtjährige Tom Rudi baute mit Philipp Nagel von der Waldjugend Habichtswald Nisthilfen für Insekten.

Naumburg. Ein Fest mit vielen Gästen veranstaltete das Naumburger Natur- und Informationszentrum zum 20-jährigen Bestehen der Naumburger Hummelwerkstatt. Und da gab es jede Menge zu entdecken.

Hummeln summen und brummen ohne Pause. Bis zu zwei Kilometer legen die Tiere am Tag zurück, bringen es dabei auf bis zu 4000 bestäubte Blüten - drei- bis fünfmal mehr als Bienen. Durchschnittlich zapft eine Hummel innerhalb einer Minute zehn bis 20 Nektartankstellen an -was für die Kolleginnen im Nest Arbeit bedeutet.

Die verarbeiten die Lieferung weiter, versorgen die Brut mit einem Brei aus Blütenstaub und -nektar. Damit nicht genug, muss das Nest sauber und in der Natur außerdem bei richtiger Temperatur gehalten werden.

Das übernimmt in der Naumburger Hummelwerkstatt eine Rotlichtlampe, die den Besuchern am Sonntag beim jährlichen Hummelfest wieder die Möglichkeit gab, den Tierchen nah zu kommen.

Für Claudia Thöne vom Natur- und Informationszentrum ein ganz besonderes Fest, denn das Hummelparadies in den Elbeauen feierte 20-Jähriges, wurde 1994 als außerschulischer Lernort gemeinsam mit der Universität Kassel errichtet. „Dachten anfänglich viele Menschen noch, hier würden die kleinen Hummelfiguren aus Porzellan hergestellt, so hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass die Hummelwerkstatt das Kernstück eines kleinen Hautflüglerzentrums im südlichen Naturpark Habichtswald ist“, freut sich Thöne.

Biologische Vielfalt und Natur zu erleben, Tiere wahrzunehmen, die ansonsten im Verborgenen wirken, darum ging es beim Streifzug durch die Insektenwelt mit prächtigem Garten und Insektenhotel, das Tausende Brutröhren beinhaltet und in diesen Tagen auch bei Kälte intensiv beflogen wird.

„Das Artenspektrum ist unüberschaubar, von wespenartigen Solitärinsekten mit Eintrag von tierischer Nahrung für ihre Brut bis hin zu bienenartigen Insekten, die Blütenstaub eintragen und als Nahrung für ihre Brut nutzen“, erklärte Thöne. „Auch Schlupfwespen freuen sich über dieses Nahrungsangebot und legen ihre Eier auf die Larven in den Brutröhren.“

Doch es drehte sich nicht alles nur um Hummel, Biene & Co., auch Wald-Ameisen waren ein Thema. Die gehören wie die Hummeln zu den Hautflüglern und sind das Steckenpferd von Klaus-Bernd Nickel von der Ameisenschutzwarte Hessen. Seit vielen Jahren steht er Thöne zur Seite, wie auch viele andere, bei denen sie sich zum 20-Jährigen bedankte: „Ohne Unterstützung wäre die Unterhaltung und Betreuung der Hummelwerkstatt kaum zu leisten.“

Immer wieder mit dabei und gern gesehen ist auch der Nachwuchs. So kümmerten sich diesmal die Mitglieder der Waldjugend Habichtswald um die jüngsten Besucher, mit denen sie kleine Nisthilfen für Insekten bauten. (zhf)

Quelle: HNA

Kommentare