Erinnerungen reichen bis zum Jahr 1937 zurück

Fest am Sauerbrunnen: Feierlichkeit mit langer Geschichte

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Stammgäste: Seit 1937 feiern Elfriede Mateja, Herbert Tönges, Erna Voss und Anneliese Kister aus Züschen (von links) das Fest am Sauerbrunnen mit.

Geismar. Die Verantwortlichen vom Förderverein Sauerbrunnen strahlten am Sonntag mit der Sonne um die Wette. Pünktlich zur Eröffnung des traditionellen Sauerbrunnenfestes zwischen Geismar und Züschen war die Sonne zum Vorschein gekommen, und mit ihr hunderte von Besuchern.

Sie kamen per Rad, zu Fuß oder über Züschen mit dem Auto. In kurzer Zeit waren die Sitzgarnituren besetzt und die Verpflegungsstände belagert.

Das Sauerbrunnen-Team war auf den Ansturm vorbereitet. Marion und Klaus Ramus hatten die Zahlen parat. Für die Besucher hielten sie unter anderem 800 Bratwürste, 80 Liter Erbsensuppe, 170 Portionen Spießbraten, knapp 1000 Brötchen und 45 Kuchen bereit. Dazu gab es jede Menge Getränke, das Hefeweizen vom Fass war der große Renner.

Das Heute mit dem Gestern verglichen hat ein Quartett aus Züschen, das gemeinsam 338 Jahre alt ist und das Fest am Sauerbrunnen seit 1937 besucht. Elfriede Mateja (90), Anneliese Kister (87), Erna Voss (82) und Herbert Tönges (79) sind Stammbesucher aus Züschen. Bisher waren sie die vielen Jahre immer zu Fuß bis zum Brunnenhäuschen gewandert. In diesem Jahr ließen sie sich hinfahren, aber der Heimweg wurde nach dem Mittagessen dann doch traditionell auf Schusters Rappen angetreten.

In der Zeit nach dem Krieg war östlich vom Brunnenhaus immer ein Tanzplatz eingerichtet, erinnerte sich Erna Voss. Auf dem Podest spielte eine Blaskapelle zum Tanz auf, und es wurden Volkstänze in Kostümen aufgeführt. Traditionell wurde dabei auch das Brunnenwasser mit Sirup (Quatsch) getrunken, genau wie heute noch. Damals, so berichteten die vier Senioren bei bester Laune, war neben Pfingsten auch der 1. Mai traditionell ein Tag, an dem der Sauerbrunnen zum Ausflugsziel wurde. Mit Pferdekutschen kamen die Menschen aus der ganzen Umgebung dorthin. Für die meisten Besucher heute hat das Fahrrad die Kutsche abgelöst.

„So lange wir noch laufen können, werden wir auch immer wieder hierher zum Sauerbrunnenfest kommen“, versprachen die vier ältesten Besucher und machten sich gemessenen Schrittes auf in Richtung Züschen.

Quelle: HNA

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