Festgefrorene Schwäne: Besorgte Felsberger riefen Feuerwehr zu Hilfe

Vater, Mutter, Kind: Schwäne und andere Wasservögel frieren im Winter auf Teichen, selbst auf Eis nicht fest. Unser Foto zeigt Tiere auf den Brauereiteichen in Malsfeld. Foto: Brückmann

Felsberg. Tierliebe Spaziergänger haben am Samstagnachmittag über die Leitstelle in Homberg die Feuerwehr Felsberg zu Hilfe gerufen - auf einem Teich nah der Kläranlage seien Schwäne im Eis festgefroren.

Als die Feuerwehrleute an dem Teich eintrafen, waren dort zwar mehrere Schwäne, allerdings erfreuten sie sich bester Gesundheit und schwammen auf dem Wasser. Andere liefen ohne Probleme auf der Eisfläche hin und her. Vorsichtshalber wurden alle Teiche in dem Gebiet kontrolliert, doch nirgends konnte ein hilfebedürftiger Schwan entdeckt werden.

Auch im Vorjahr hatten mehrfach besorgte Anrufer solche Beobachtungen gemacht und die Feuerwehr alarmiert. Allerdings waren die Schwäne immer beim Eintreffen der Einsatzkräfte davongeschwommen oder weggeflogen.

Generell handelt es sich bei Schwänen um Wildtiere, die sich den Gegebenheiten der Natur und auch den Temperaturen anpassen. Sie verhalten sich bei geringen Temperaturen fast bewegungslos um mit ihren Kräften zu haushalten. Kommen ihnen Menschen zu nahe, ergreifen sie die Flucht. Daher sollte man gerade im Winter die Schwäne auf den Teichen in Ruhe lassen und sie nicht stören.

Dass ein Wasservogel im Eis einfriert, hat der Ortsbeauftragte für Vogelschutz, Otto Gerhold aus Wolfershausen in 50 Jahren nur einmal erlebt. Da musste ein Zwergtaucher gerettet und regelrecht aufgetaut werden, erinnert sich Gerhold.

Üblicherweise rotten sich die Vögel auf dem Wasser im Winter zusammen und halten mit ihrem Paddeln eine Fläche eisfrei. Die benötigen sie auch für die Nahrungssuche, erklärt der Fachmann.

Wenn die Wasservögel auf dem Eis ruhen, verhindert ein Trick der Natur, dass ihre Füße festfrieren: Venen und Arterien in den Beinen und Füßen liegen so eng beieinander, dass ein Wärmeaustausch im Inneren stattfindet. Die Oberfläche der Beine dagegen bleibt kalt. „Das wirkt quasi als Gefrierschutz“, erklärt Gerhold. (zot/bmn)

Quelle: HNA

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