Domchor, Orchester und Gesangssolisten gaben ein Konzert im Fritzlarer Dom

Festlich und kraftvoll

Überwältigende Klangpracht: Domchor, Orchester und der Fritzlarer Tenor Claus Durstewitz (rechts) im Fritzlarer Dom St. Peter. Foto: Auerbach

Fritzlar. Es war ein stimmungsvolles Konzert, das zwei Tage vor Heiligabend im hellen Schimmer des renovierten Doms von Fritzlar geboten wurde. Die variablen Stimmen von fünf Gesangssolisten verschmolzen mit dem innigen und auch mitreißenden Chorklang.

Und diese Stimmenpracht hob das zurückhaltende, fein ausbalancierte Spiel von sieben erfahrenen Instrumentalisten noch empor.

Unter der Leitung von Domorganist Gunther Hehenkamp präsentierten Sänger und Musiker dem großen Zuhörerkreis ein wunderbar klingendes Weihnachtsgeschenk. Dessen wohl wertvollster Inhalt war das „Oratorio de Noël“ (1858) von Camille Saint-Saëns auf. Eine elfteilige Komposition, in deren Musik französische Romantik und Leichtigkeit schwingt und die der Vorstellung von einer heiteren, besinnlichen Weihnacht entgegenkommt.

Große Sensibilität

Leise und zart schwebte das Vorspiel von Orgelpositiv und Streichern durch das Kirchenschiff. Ihm folgte der Bericht aus dem Lukas-Evangelium. Den verkündeten in lateinischer Sprache und in meist klaren Gesängen: Tenor Claus Durstewitz, Altistin Johanna Tripp, Sopranistin Anna Schaumlöffel und Bassist Christof Krieg.

Festlich und kraftvoll antwortete der Chor im Gloria: „Ehre sei Gott in der Höhe.“ Ob im Solo oder im Quintett, alle Vokalsolisten agierten mit großer Sensibilität, so dass Harmonie mit Chor und Orchester entstand. Bassist Krieg merkte man an, dass er einer Erkältung trotzte.

Im vierten Psalm betonte Helene Schütz’ filigranes Harfenspiel die lyrische Stimmung und die melodiösen Wendungen im Gesang von Beranova, Durstewitz und Krieg. Wunderschön jubilierten Solisten und Chor „Steh auf, Tochter Zion des Nachts und rufe: Halleluja“ und berührten Herzen und Gemüter.

Dann begann fast übergangslos der Schlusssatz, in dem zur Freude und Fröhlichkeit aufgerufen wird. Sänger und Instrumentalisten zogen alle Register und kredenzten ein Finale, das in überwältigender Klangpracht erstrahlte. Eröffnet wurde das Konzert mit Melchior Francks „Lobgesang der Maria“, dem „Ave Maria“ von Giulio Caccini und zarten Stücken der Streicher und der Harfenistin.

Eine Meisterleistung

Zum Oratorium stellten Choräle und Arien aus Bachs Kantate: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (1731) und „Erwach’, frohlocke, o Tochter von Zion“ aus Händels „Messias“ (1741) die Verbindung her. Mit dem erlesenen Programm ging Gunther Hehenkamp manches Wagnis ein. Er gewann, weil Sänger und Musiker zur Meisterleistung fähig waren. Starker Applaus.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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