Nachlass Pfarrer Julius Paulus: Arbeitskreis Festung sichtet historische Fotos und Pläne

Festung auf Pergament

Ziegenhain. Julius Paulus hat sich in Ziegenhain nicht nur einen Namen als Gefängnispfarrer und Seelsorger gemacht: Gleichzeitig war er auch begeisterter Heimatforscher. Besonders am Herzen lag ihm die Festungsanlage und die Geschichte des Landgrafenschlosses. Aufzeichnungen, Fotos und Pläne hat die jüngste Tochter des 1961 verstorbenen Pfarrers jetzt dem Arbeitskreis Festung überlassen.

Die Unterlagen erhielt zunächst Barbara Sauer, die mit Hilde Paulus befreundet ist. „Sie hat gesagt, ich würde schon wissen, wer etwas damit anfangen könnte“, erzählt die Treysaerin, die direkt Kontakt zum Arbeitskreis Festung aufnahm. Für Vorsitzenden Bernd Völker ist der Nachlass ein echter Schatz: „Besonders die Pläne werden uns für weitere Forschungen sehr von Nutzen sein“, erklärte er.

Unter anderem findet sich im Nachlass eine Fotosammlung mit Aufnahmen, die bislang noch nirgends veröffentlicht wurden. Auch zeigen sie Ziegenhain aus neuen Perspektiven. Ebenfalls erhalten sind Pläne aus dünnem Pergament – „die müssen wir akribisch sichten und neu aufziehen“ – der Festung. Manche beschäftigen sich mit Ausgrabungen nach dem Krieg 1947. Spannend ist auch der Fund einer alten Gewässerkarte. Bernd Völker hat auf ihr das Datum entdeckt: Sie stammt aus dem Jahr 1860.

Mit welchem Weitblick und auch welchem Fachwissen Pfarrer Paulus forschte, das werde bald von noch größerem Interesse sein, erläutert Völker: „Wenn der neue Trakt für die Sicherungsverwahrung gebaut wird, werden wir darauf hinweisen, dass sich an dieser Stelle noch Grundmauern befinden könnten – dieser Hinweis stammt von Pfarrer Paulus. Und zwar aus dem Jahr 1944.“ Als richtig habe sich auch seine These erwiesen, das die erste Festungsanlage eine karolingische Rundburg gewesen war.

Der Arbeitskreis plant, die Fotos des Nachlasses zum Jubiläum der Festungsanlage auszustellen. „Wir freuen uns über jedes historische Foto“, sagt Völker. Alle, denen solche Aufnahmen in die Händen fielen, sei dazu aufgefordert, diese Fotos dem Arbeitskreis auch nur leihweise zur Verfügung zu stellen.

Der Nachlass von Pfarrer Paulus würde nun umgehend katalogisiert und archiviert und später zu Forschungszwecken genutzt werden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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