Ämter im Verein wurden vergeben

Festzug, Musik und Königsschießen: Schützenfest in Ippinghausen

Immer mit dabei: Die Vereinsfahne.

Ippinghausen. Während am Pfingstsonntag beim Schützenfest der Ippinghäuser Schützenbruderschaft auf dem Festgelände am Sportplatz buntes Marktreiben herrschte, die vielen Besucher sich im Zelt an der Kaffee- und Kuchentafel labten, hatten sich die Schützenbrüder zur Klausur zurückgezogen.

Hinter verschlossenen Türen begann die Versteigerung der begehrten Stellen.

Zur Disposition standen dabei die Ämter des ersten und zweiten Schützenmeisters, der ersten und zweiten Fahne, Hauptmann, Adjutant und Feldwebel. Wie viel im einzelnen dafür auf den Tisch geblättert wurde, bleibt ein streng gehütetes Geheimnis, aber einige 100 Euro dürften dabei insgesamt schon den Besitzer gewechselt haben.

Nachdem diese Zeremonie in trockene Tücher gewickelt war, kehrten die Brüder zurück zum Festplatz, um dort nach einer „Parad“ den vielen Besuchern das Ergebnis bekanntzugeben. Für jedes Mitglied der Bruderschaftsgemeinschaft ist es in seinem Leben ein besonderes Ereignis, einmal eines der Ämter zu bekleiden.

Optischer Höhepunkt des Heimat- und Brauchtumsfestes war am Pfingstsamstag der Festumzug unter Beteiligung der eigenen Schützenschwestern, den Schützen aus Freienhagen und befreundeter Vereine aus dem Ort.

Mitgeführt wurden dabei auch die drei Heiligtümer der Schützenbruderschaft: die beiden Traditionsfahnen und die Lade. Für den Marschrhythmus sorgten der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Ippinghausen und die Naumburger Stadtkapelle. Dies war jedoch nicht der einzige lange Marsch durch das Dorf. Am Mittwoch und Donnerstag bekamen alle Haushalte ein Ständchen, am Freitagabend stand der Fackelzug der Kinder an und nach der Bekanntgabe der neuen Stelleninhaber wurden mit mehreren Zwischenstopps die Fahnen zu den neuen Amtsinhabern gebracht.

Musikalisch heizte im Festzelt am Freitagabend die Rockband „Müller Meier Schulze“ ein, am Samstag war Schützengaudi mit „Die Reiner Irrsinn-Show“ angesagt und am Sonntag spielten „Die Bamberger“ zum Schützentanz. Für die Musik am Sonntag beim Schützenfrühstück sorgten „Die Spitzbuben.“

Die aus 128 Brüdern bestehende Ippinghäuser Schützenbruderschaft hat mit Thomas Heldt und Verena Amrhein ein neues Herrscherhaus. Beim Königsschießen trennte Thomas Heldt nach vorher festgelegter Reihenfolge mit dem 87. Schuss das kronenbesetzte Haupt vom Rumpf des hölzernen Adlers und holte sich damit die Insignien der Macht, die Königskette. Ein Novum in der Geschichte der Bruderschaft. Denn nach den strengen Statuten besteht die Bruderschaftsgemeinde ausschließlich aus Ippinghäusern, es darf „kein Fremder oder Außerheimischer nicht genommen werden“. Thomas Heldt wuchs zwar in dem Weidelsburgdorf auf, lebte dort 27 Jahre, wurde ein Schützenbruder, seit 1986 wohnt er mit seiner Familie aber in Wolfhagen. Udo Bertelmann, Bataillonsschreiber und Vorsitzender des historischen Vorstands: „Bei der Zugehörigkeit der Schützenbruderschaft verfahren wir streng nach überlieferten Regeln, beim Königsschießen jedoch dürfen auch die Brüder teilnehmen, die inzwischen ohne Aufgabe ihrer Mitgliedschaft verzogen sind.“ Heldt ist seit 40 Jahren Mitglied.

Die neue Königin Verena Amrhein hatte es eiliger. Erst vor vier Jahren wurde sie in den Kreis der 53 Schützenschwestern aufgenommen. Der Adlerkopf fiel beim 76. Schuss.

Vervollständigt wird das Ippinghäuser Königshaus von Joline Hall als Kinderkönigin, es war in Folge ihr vierter Sieg, und von Manuel Claus als Kinderkönig.

Die Ämter

Erster Schützenmeister ist Helmut Uthof, zweiter Dieter Kaczmarek, die erste Fahne ersteigerte Tom Funke, die zweite sicherte sich Stefan Bock. Hauptmann ist Frank Löber, Adjutant Dennis Schmale und Feldwebel Thomas Weltner. Die letztjährigen Schützenmeister Udo Bertelmann und Christoph Schäfer wurden Siebener, der scheidende Hauptmann Carsten Sievers Pritschenmeister.

Von Reinhard Michl

Zahlreiche Besucher feierten beim Schützenfest in Ippinghausen

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare