Walter Siebert aus Niederurff kämpft um das Leben von Fröschen und Kaulquappen

Feuchtbiotop trocknet aus

Leben im Teich: Umweltschützer und Tierliebhaber Walter Siebert sieht für die Kaulquappen im Feuchtbiotop bei Niederurff schwarz. Bald fehlt ihnen das lebensnotwendige Wasser. Foto: Schmitt

Niederurff. An manchen Stellen ist das Wasser schwarz von den Kaulquappenschwärmen. Doch viele werden nicht überleben, wenn es nicht regnet oder Wasser in die am Rand ausgetrockneten Mulden gepumpt wird, fürchtet Walter Siebert. Der Niederurffer hat ein wachsames Auge auf das Feuchtbiotop am ehemaligen Sportplatz.

Wo einst Fußballer dem Ball nachjagten, wurde vor sechs Jahren ein Biotop gebaut. Dort sollten sich Grasfrosch, Libelle und Teichhuhn tummeln, und Meister Adebar auf Jagd gehen. Nach den Plänen sollte eine auentypische Landschaft entstehen. Dafür gab es vom damaligen hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel fast 70 000 Euro.

Rinnen und Mulden

Die Idee: Das seit Jahren bestehende Biotop, das im Sommer regelmäßig von der Feuerwehr bewässert werden musste, sollte mit der Schwalm vernetzt werden, um so der Tierwelt Platz zu bieten. Bagger schaufelten Rinnen und Mulden aus, die in Bögen und Kehren die Wiese durchzogen. Um für das neue System genügend Wasser zu haben, sollte der Ablauf des alten Biotops verschlossen werden.

Doch die Natur wollte sich offensichtlich den Plänen nicht anpassen. Immer wieder fehlte das Wasser. Die Mulden und Rinnen trockneten aus, auch aus dem alten Biotop floss das nötig Nass weg. Mit fatalen Folgen.

Verzweifelt stemmte sich Walter Siebert dem Niedergang des Biotops entgegen. Er schaufelte einen Graben, um das Wasser umzuleiten. Dazu pumpte er zwei Jahre lang immer wieder Wasser von der Schwalm in das Feuchtgebiet. „Wenn ich früh genug mit dem Pumpen angefangen habe, ging für die Kaulquappen alles gut“, sagt Siebert.

Aus dieser Erfahrung schlug er auch in diesem Jahr vor, Wasser in das Gebiet zu befördern und zwar zu einer Zeit, als die Schwalm noch genügend Wasser führte. Doch die Untere Naturschutzbehörde sei seinem Vorschlag nicht gefolgt. „Der Einsatz einer Pumpe wurde mit dem Hinweis abgelehnt, der Natur sei ihr Lauf zu lassen.“

Dennoch will Siebert nicht die Segel streichen. Das Biotop auf dem ehemaligen Fußballplatz ist eine Herzensangelegenheit, denn es ist sozusagen sein Kind. Und so schöpfte er nach dem jüngsten Gespräch mit der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidium in Kassel Hoffnung.

Dort hieß es nämlich, man wolle prüfen, was man für den Lebensraum tun können. „Für viele Kaulquappen kommt allerdings die Hilfe zu spät“, sagt Siebert.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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