Toilette verstopft

Feuchttücher verursachten Sauerei in Gungelshausen

Hatte wegen Feuchttüchern mit einer verstopften Toilette zu kämpfen: Hans Schwere, Initiator des Kulturprojekts Giselle Tszara in Gungelshausen. Foto: Rehermann

Gungelshausen. Es brauchte nur ein Feuchttuch, um auf Hans Schrewes Kulturfest die Toilette zu verstopfen: Am Ende stand der Künstler vor einem beinahe überlaufenden Fäkalientank.

Hans Schrewe ist sauer. Der Initiator des Kulturprojekts Giselle Tszara freute sich über das große Interesse an seinem Kulturfest am vergangenen Sonntag. Als die letzten der rund 300 Gäste gegangen waren, erwartete ihn jedoch eine riesige Sauerei: Der Zwischentank seiner Gartentoiletten stand vor dem Überlaufen - nur wenige Klogänge mehr und die Fäkalien hätten sich die Rohre hochgedrückt.

„Wir hatten riesiges Glück, dass niemand etwas bemerkt hat“, sagt Schrewe. Grund für die Verstopfung war ein einzelnes Feuchttuch, das ins Klo geworfen wurde und anschließend die Pumpe verstopfte.

Schrewe ärgert die Unbedachtheit. Bereits im vergangenen Jahr hätten Feuchttücher von Gästen seine Pumpe lahmgelegt. „Wir haben ein großes Schild dort kleben, was in die Toilette gehört und was nicht, aber das scheinen die Leute zu ignorieren.“ Gerade Toiletten wie seine, die mangels Kanalisationsanschluss die Fäkalien mit einer eigenen Pumpe befördern, wären da empfindlich.

Es brauchte die Hilfe eines Entsorgungsbetriebs, um an die unter Fäkalien stehende Pumpe ranzukommen und sie zu reinigen. Eine Arbeit, die Schrewe einen halben Tag kostete - zusätzlich zu der Rechnung des Kanalreinigers und dem Ärger. „Es ist nicht besonders schön, in der Scheiße rumzuwühlen“, meint der 66-jährige Gungelshäuser.

Dass Feuchttücher und andere Abfälle für Verstopfungen sorgen, ist laut Mark Wagner Alltag. „Viele Leute wissen nicht, was man nicht ins Klo werfen sollte und anderen ist es egal“, sagt der Inhaber der Kanalreinigung Schäfer.

Täglich müsse er wegen verstopfter Toiletten ausrücken. „Neben Ablagerungen, Wurzeln und zu schwachem Gefälle gehören Feuchttücher zu den häufigsten Verstopfungsverursachern“, so Wagner.

Grund dafür sei das Material der Tücher. „Das Vlies ist widerstandsfähig und löst sich nicht einfach auf, wie es normales Klopapier tut“, erklärt Wagner. Selbst wenn ein Tuch als spülbar ausgezeichnet sei, brauche es immer noch länger, sich zu zersetzen - und das schade den Pumpen.

Für Hans Schrewe ist klar, dass er das möglichst nicht noch einmal erleben will. „Vielleicht schließe ich bei der nächsten Veranstaltung die Toiletten im Garten“, sagt er. „Dann müssen unsere Gäste zwar leider in die zweite Etage gehen, aber dort gibt es zumindest keine Pumpe, die verstopft werden kann.“

Quelle: HNA

Kommentare