Schaden mindestens 250.000 Euro

Eigentümer vor dem Nichts: Feuer vernichtet Waberner Disko "Come In"

Wabern. Eine der ältesten Diskotheken Nordhessens, das "Come In" in Wabern, und ein angrenzendes Wohnhaus wurden am Samstagmorgen durch ein Feuer vernichtet. Dabei entstand Schaden von mindestens 250.000 Euro.

Um 15.25 Uhr am Samstag waren die Löscharbeiten offiziell beendet. Die  Brandwache erfolgt durch die Waberner Feuerwehr.

Großeinsatz für die Feuerwehren aus Wabern: Kurz nach vier Uhr brach am Samstagmorgen ein Feuer in einer der ältesten Diskotheken Nordhessens, dem Come In, aus. Der 64 Jahre alte Eigentümer wurde durch den Alarm eines Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen.

Aktualisiert um 15.32 Uhr

Als er die Türen zum Diskothekenbereich öffnete, drangen ihm bereits dicke Rauchschwaden entgegen. Er alarmierte die Feuerwehr.

Probleme gab es für die Feuerwehrleute, weil sie nicht direkt an den Brandherd herankamen. Das Feuer breitete sich in Windeseile in einer Zwischendecke aus und griff schließlich auf das angrenzende Wohnhaus über.

Inzwischen waren auch die Feuerwehren aus Fritzlar, Geismar, Cappel und Werkel zur Unterstützung da und löschten von der Drehleiter aus. Später kam auch noch das Drehleiterfahrzeug aus Felsberg zum Einsatz.

Während das Feuer bis auf einige Glutnester im Wohnhaus gelöscht wurde, schlugen gegen 10.30 Uhr immer wieder Flammen aus dem Diskothekengebäude. Aus Sicherheitsgründen wurde der Innenangriff im Wohnhaus abgebrochen, wie Einsatzleiter Claus Steinmetz (Unshausen) sagte.

Video: Feuer vernichtet Waberner Disko

Zur Unterstützung der Löscharbeiten wurde auch eine Hubarbeitsbühne mit Korb einer örtlichen Dachdeckerfirma eingesetzt, so dass das Feuer von drei Seiten bekämpft wurde.

Gute acht Stunden nach dem Brand brennt es nun immer noch im Gaststättenbereich. Bitumen von der Dacheindeckung flammt immer wieder auf, die Feuerwehreinsatzleitung hat sich deshalb entschlossen, diesen Bereich mit Löschschaum abzudecken, um weitere Brände zu vermeiden.

Anfängliche Probleme mit der Wasserversorgung wurden durch lange Schlauchleitungen behoben, unter anderem wurde das Löschwasser dem Wasserspeicher der Zuckerfabrik entnommen, sagte Steinmetz. Wie Einsatzleiter Claus Steinmetz sagte, werde die Waberner Feuerwehr eine Brandwache stellen, um bei einem erneuten Aufflammen sofort tätig zu werden.

Für die Feuerwehrmänner und –frauen waren es harte Stunden, zum Teil unter schwerem Atemschutz. Kurz nach Mittag gönnten sie sich eine heiße Suppe mit Einlage, dann ging es für den größten Teil ans Aufräumen und Reinigen der Ausrüstung, dazu machten sich die Atemschutzexperten an die Arbeit, die Flaschen für Atemluft zu füllen und die ganze Ausrüstung zu desinfizieren.

Seit dem frühen Morgen, als der Brand ausbrach, war auch der Eigentümer Gerhard Kahl vor Ort. Hilflos musste er mit ansehen, wie sein Hab und Gut von den Flammen vernichtet wurde. "Ich weiß noch gar nicht, wie es weitergeht", sagte er unter Tränen. Im vergangenen Jahr sei alles erneuert worden, vorige Woche habe die technische Abnahme stattgefunden.

Der Mann hat alles verloren, steht vor dem Nichts. Das einzige, was er noch hat, ist sein Leben, das er einem kleinen Rauchmelder zu verdanken hat, der ihn am Samstagmorgen kurz nach vier Uhr aus dem Schlaf riss.

Vorerst wird er bei seinem Sohn unterkommen, was dann geschieht, weiß er nicht. Am Samstag wirkt er wie ein gebrochener Mann, der auf die Brandruine seines Hauses aus dem Jahr 1863 schaut, daneben die Diskothek Come In, die 1970 erbau wurde, von der nur noch die Mauern stehen. Jetzt ist alles zerstört, innerhalb von Stunden.

Feuer im Come In: Disko in Wabern brennt

Wichtig für die Einsatzkräfte war der Einsatz der DRK-Versorgungszüge aus Gudensberg und Melsungen. Während die Gudensberger ihr Quartier am Feuerwehrstützpunkt errichtet hatten, versorgten die Melsunger DRK-Leute die Kameraden auf dem benachbarten Raiffeisengelände mit Speisen und heißen Getränken.

Da die Bewohner der unmittelbar angrenzenden Häuser ihre Wohnungen verlassen mussten, wurde das Café am Rathaus geöffnet. Dort konnten sich die Bewohner, teils mit kleinen Kindern, aufhalten und wurden ebenfalls mit heißen Getränken und warmen Speisen versorgt. (zzp)

Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

Quelle: HNA

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