Eine Woche nach dem Brand im Come In

Diskobrand in Wabern: Das Feuer ließ nichts übrig

Wabern. Das Feuer hat gründlich gewütet: Davon überzeugten sich eine Woche nach der Brandkatastrophe in der Waberner Bahnhofstraße, bei der die Diskothek Come In und das angrenzende Wohnhaus von Gerhard Kahl vernichtet wurden, die  Feuerwehrführung und der Eigentümer. Mit dabei: HNA-Mitarbeiter Peter Zerhau.

Video: Eine Woche nach dem Brand

Dabei wurde deutlich, was Gerhard Kahl alles verloren hat. Selbst wenn etwas noch benutzbar erscheint: Verwenden kann und darf man davon nichts mehr, alles ist durch den Brand kontaminiert worden und als Sondermüll zu behandeln.

Er werde das Wohnhaus und den Bereich über der Diskothek wohl abreißen lassen müssen, sagte Gerhard Kahl. Beim Wohnhaus wird nur noch das Kellergeschoss bleiben, und beim Gaststättenanbau wird die Diskothek erhalten. Somit bestehe ein Funken Hoffnung, dass es vielleicht, wenn alles gut läuft, irgend wann einmal eine Neuauflage vom Come In geben könnte.

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Aber auch nur vielleicht. Denn auch dort hat das Feuer seine hässlichen Spuren hinterlassen. Gerade im hinteren, nördlichen Teil hat sich das Feuer in den zusätzlichen Thekenbereich gefressen und alles zerstört. In der Diskothek selbst ist alles von Ruß geschwärzt, und auch noch nach einer Woche findet man dort Reste des Feuerlöschschaums.

Dort, wo viele Jahrzehnte Spaß und Geselligkeit zuhause waren, dominiert stechender Brandrauchgeruch eines erst vor einer Woche gelöschtes Feuers. Der komplette Gastraum ist von der Decke herunter bis auf Sockelhöhe von einer schwarzen Rußschicht überzogen. Alles ist noch so, wie es an dem Freitagabend vor dem Feuer verlassen wurde.

Fast schon Ironie ist das Schwein mit der Nikolausmütze auf dem Tresen mit der Aufschrift „Frohes Fest“, und nur noch Nostalgie ist das Schild in einer Ecke neben einem Feuerlöscher, auf dem die Öffnungszeiten für Weihnachten und Silvester stehen.

Nur noch Sondermüll: Von der Diskothek Come In und dem angrenzenden Wohnhaus in Wabern blieb nichts Nutzbares übrig. Wie Hohn muten das Schild mit den Öffnungszeiten (oben rechts) und das Schwein mit dem Schriftzug „Frohes Fest“ an.

Alles muss entsorgt werden, einschließlich des Fußbodens, der durch das Wasser aufgequollen ist. Denn um überhaupt in die Räume zu kommen, musste die Feuerwehr erst einen knappen Meter Wasser herauspumpen, damit die Brandermittler arbeiten konnten.

„Jetzt sieht alles noch sehr böse aus“, sagte Gerhard Kahl, doch wenn erst einmal die Brandreste von Haus und Anbau weg seien, werde es wieder voran gehen. „Es schmerzt uns ungemein, dass wir das Haus nicht halten konnten“, sagte Wehrführer Claus Steinmetz beim Lokaltermin. Der Knackpunkt sei eine fehlende Brandschutztür gewesen, die das Wohnhaus vom Gaststättenanbau trennten sollte.

Sie war bereits angeliefert, aber eben noch nicht eingebaut. Durch diese Schwachstelle verschafften sich die Flammen Zutritt zum Wohnhaus. Dazu drangen im Obergeschoss die Flammen durch die Fenster weiter vor. Kurios: Genau neben dieser Verbindungstür schlief der Inhaber und wurde durch den Rauchmelder über der Tür geweckt.

Zurzeit wohnt Gerhard Kahl in einem Haus hinter seinem Anwesen bei Mietern. Weihnachten werde er bei seinen Kindern in Baunatal verbringen. Immer noch ist er sprachlos über die Welle der Hilfsbereitschaft: Es gab Geld- und Sachspenden, Privatleute und Geschäftsleute hätten ihm Kleidung gebracht, Lebensmittel habe er bekommen und zahlreiche Angebote für Unterkunft und Verpflegung. „Danke, danke und nochmals danke an alle diese netten und hilfsbereiten Menschen“, sagte Kahl. Es gibt also doch noch Nächstenliebe. So hat Wabern sein eigenes Weihnachtswunder erlebt.

Von Peter Zerhau

Fotos der Ruine

Nach dem Brand im Come-In in Wabern

Quelle: HNA

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