Flammen vernichteten Disko "Come in"

Nach verheerendem Feuer in Wabern: Rührende Szenen am Unglücksort

Wabern. Rührende Szenen spielten sich am Sonntagabend an der Brandruine des ausgebrannten Wohnhauses und der benachbarten niedergebrannten Diskothek "Come In" von Gerhard Kahl ab:

Über 100 Gäste, Freunde und Nachbarn waren 26 Stunden nach dem Brandausbruch an den Ort gekommen, der für den Inhaber der Lebensinhalt war, um ihm ihr Mitgefühl auszudrücken. Anfangs noch sehr gefasst, später aber, als immer mehr Leute dazu kamen, flossen wieder Tränen.

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Zum Teil aber diesmal vor Rührung, denn mit so viel Anteilnahme und Mitgefühl hatte der 64-jährige nicht gerechnet. Er wurde umarmt und gedrückt, selbst die Gäste wischten sich verlegen die Tränen aus dem Gesicht.

Für viele ist mit dem Brand ein Stück ihrer Jugend mit verbrannt, wie Marina Wolafka aus Wabern sagte. Sie hatte hier in der Diskothek ihren Mann Jens kennen gelernt, der ebenso mit dabei war wie ihre Zwillinge.

Daniela Banze aus Neuenbruslar war ebenfalls Gast im Come In. Zuletzt war sie vor 14 Tagen hier, zusammen mit ihrer Tochter Vanessa. Sie haben aus dem Internet von dem Brand erfahren und sind Fassungslos. Viele schöne Abende hat auch Regina Brendel aus Niedermöllrich hier in Wabern verbracht. Jetzt steht sie mit ihrer achtjährigen Tochter Laura vor dem Bauzaun, der um den Gebäudekomplex gezogen wurde, und erzählt ihrer Tochter von den Besuchen hier.

Nicht weit ins Come In hatte es Conny Bruns, die in der Nachbarschaft wohnte und mit den kürzesten Weg in die Diskothek hatte. Zur damaligen Zeit noch ohne fahrbaren Untersatz war das eine tolle Sache, sagt die ehemalige Fritzlarer Stadtprinzessin, die jetzt in Cappel wohnt.

Auf einem Kalenderbuch unterschrieben die Leute auf der ersten Seite und überreichten es Gerhard Kahl zur Erinnerung.

Noch immer weiß er nicht, wie es weiter gehen soll. "Ich möchte doch niemanden zur Last fallen", sagte er unter Tränen. Er war trotz allem, was er in den Stunden des frühen Samstags durchgemacht hat, erfreut über die große Anteilnahme. Er bedankte sich bei allen Leuten, die ihm bisher geholfen und unterstützt haben.

Fotos: Rührende Szenen am Ort des Unglücks

Nach verheerendem Feuer in Wabern: Rührende Szenen am Unglücksort

Viele Leute aus der Nachbarschaft, Freund und Bekannte hätten ihm Unterkunft und Verpflegung angeboten. "Was ich brauchen würde, wäre ein Wohnwagen", sagte er, der brauchte auch keine TÜV-Zulassung mehr haben. "Hauptsache ich habe eine Bleibe." Vielleicht gibt es ja ein Weihnachtswunder in Wabern. Es wäre dem arg gebeutelten Gerhard Kahl von Herzen zu wünschen.

Von Peter Zerhau

Feuer im Come In: Disko in Wabern brennt

Quelle: HNA

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