Feuerwehren und DRK übten am Wochenende unter realistischen Bedingungen

Übungseinsatz: Feuerbälle aus der Halle

Explosion: Brennende Fässer flogen bei der Übung am Samstag meterhoch in die Luft. Fotos:Wenderoth 

Brunslar. Es war kurz vor zehn Uhr, als am Samstag die Sirenen in Brunslar und Wolfershausen heulten. In der Sporthalle - so lautete die erste Information - war es zu einer Explosion gekommen. Es brannte und mehrere Personen wurden vermisst.

Innerhalb weniger Minuten waren 37 Rettungskräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz vor Ort. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte schlugen aus dem Gasanschluss an der Außenwand Flammen und es kam immer wieder zu ohrenbetäubenden Explosionen. Gut, dass es sich bei diesem Horrorszenario nur um eine Übung für die Mitglieder der Feuerwehren aus Brunslar und Wolfershausen sowie des DRK Felsberg handelte.

Um die Übung möglichst realistisch zu gestalten, hatten sich die Übungsleiter von Feuerwehr und DRK, Ulli Stock und Thomas Erbeck, Unterstützung eines Pyrotechnikteams des Katastrophenschutzes aus dem Kreis Bergstraße geholt.

Die Sporthalle war mit ungiftigem Disconebel total verraucht und voller Hindernisse. Zwischen die Pfiffe von Rauchmelder und Brandmeldeanlage mischten sich die Schreie der Übungsdarsteller. Es dauerte einige Zeit bis alle, sehr abschreckend geschminkten, Mimen aus der Halle gebracht waren. Plötzlich änderte sich die Lage für die Einsatzkräfte. Explosionsgefahr in der Halle. Die Atemschutzgeräteträger mussten die Räume sofort verlassen. Eine Atemschutzgeräteträgerin fehlte. Sie kam wenige Minuten später brennend aus der Halle getaumelt, mit Brandpaste hatten die Pyrotechniker dieses Feuer dargestellt. Nachdem der angenommene Brand in der Halle gelöscht war, wurde mit einem Überdruckbelüfter die Halle rauchfrei gemacht.

Den Teilnehmer der Übung blieb beim gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrhaus ein kurzer Augenblick zum Verschnaufen, bevor der nächste Übungseinsatz an der Reihe war.

An die Belastungsgrenze

Das Szenario: Ein Verkehrsunfall. Zwei Autos waren zusammengestoßen. Dabei hatte eine Person eine Pfählungsverletzung erlitten, außerdem brannte das Fahrzeug. Es gab weitere Schwerverletzte und neben dem brennenden Auto befanden sich Gasflaschen und Fässer mit Chemikalien.

Während der Rettungs- und Löscharbeiten explodierten immer wieder Gasflaschen und Fässer mit Gefahrgut. Auch wenn allen Beteiligten klar war, dass es sich nur um eine Übung handelt, trat manch einer bei den Explosionen erstmal einen Schritt zurück.

So etwas hatten die meisten noch nicht erlebt. Nach einer guten Stunde war auch die zweite Übung abgeschlossen.

Bei der anschließenden Besprechung bedankte sich Stadtbrandinspektor Klaus Siemon zunächst beim Pyrotechnikteam des Katastrophenschutzes. Dessen Leiter Matthias Frank betonte, dass für die Übungsteilnehmer keine Gefahr bestanden habe, auch wenn es sehr gefährlich ausgesehen habe. Siemon bestätigte, so eine realistische Übungsdarstellung habe es in diesem Ausmaß bei Übungen der Wehren aus dem Löschbezirk Nord noch nie gegeben.

Bei dieser Übung seien die beteiligten Einsatzkräfte herausgefordert und an ihre Belastungsgrenzen herangeführt worden.

Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und DRK habe sich bewährt und der Lernerfolg war, auch wegen der realen Schadensdarstellung, sehr groß, sagte Klaus Siemon.

Quelle: HNA

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