Traditionelle Osterveranstaltung: Feuerschweif im Ohetal

Im Feuerschein: von links Nils-Jens (3) und Jens Bommhardt aus Günsterode schauten zu.

Günsterode. In vielen Orten loderten über Ostern Feuer auf den Wiesen und Plätzen rund um die Dörfer. Trotz wechselhaftem Aprilwetter nahmen die Menschen bei Musik und Bratwurst gesellig Abschied vom Winter.

Den meisten Zulauf hatte der Brauchtumsverein in Günsterode: Tausende kamen zum dortigen Feuerräderlauf.

Bei warmen Getränken standen die Besucher in Günsterode bereits am frühen Abend in kleinen Gruppen beisammen und warteten auf die Dämmerung. Sie sicherten sich gute Plätze für die inzwischen 117. Auflage des Spektakels mit Feuerräderlauf.

Der Brauch stammt aus Nordrhein-Westfalen, erklärt Lars Hahn vom Brauchtumsverein. Dorthin zog es gegen Ende des 19. Jahrhunderts einige Günsteroder, um im Bergbau zu arbeiten. Bei ihrer Rückkehr brachten sie den heidnischen Brauch des Osterfeuers und des Räderlaufs mit. „So sollten böse Geister ausgetrieben werden“, sagt Hahn.

Bilder aus Günsterode

Feuerräderlauf in Günsterode

Als es über dem Melsunger Stadtteil dämmerte, entzündete der Brauchtumsverein zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Günsterode ein riesiges Feuer auf dem Berg am Ortseingang. Die meterhohen Flammen waren auch für die Zuschauer im Tal gut zu sehen und sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Zuvor hatte die Feuerwehr den Hang – den die Räder später hinunter rollen sollten – und die angrenzenden Bäume mit Wasser bespritzt, um die Brandgefahr zu minimieren.

Als dann im Dunkeln die bunten Fackeln auf dem Hang entzündet wurden, war es soweit: Das erste Feuerrad machte sich auf den Weg ins Ohetal. Dabei zog es einen beeindruckenden Feuerschweif hinter sich her und hinterließ eine glühende Spur im Gras des Berges. „Die Feuerräder bestehen aus Gitterrädern“, sagt Hahn. Diese werden mit Stroh ausgeflochten und dann entzündet. Mit viel „Ah“ und „Oh“ beobachteten die Zuschauer auch die folgenden zwei Feuerräder und belohnten ihr Ankommen im Tal mit einem kräftigen Applaus.

Von Verena Koch (Text)und Richard Kasiewicz (Fotos)

Quelle: HNA

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