Jupiter Jones mit neuem Frontmann Sven Lauer in Wolfhagen

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Schweißtreibende Angelegenheit: Jupiter Jones mit ihrem neuem Sänger Sven Lauer hatten das Publikum im Wolfhager Palastzelt von Anfang an auf ihrer Seite. Foto: Kostudis

Wolfhagen. Entweder, er ist ein sehr guter Schauspieler - oder ihm fehlten auf der Bühne wirklich für einen Moment die Worte. Sven Lauer, der neue Sänger von Jupiter Jones, musste am Mittwochabend im Wolfhager Palastzelt seine Feuertaufe bestehen.

Und nach etwas mehr als einer Stunde stand dann fest: Lauer und die Band aus der Eifel - das passt. Erst vor wenigen Wochen war der langjährige Frontmann Nicholas Müller ausgestiegen. In kürzester Zeit musste Lauer sich also die Songs für die aktuelle Tour draufschaufeln.

Dass er und seine Mitstreiter bei ihrer Live-Premiere dann aber derart überzeugend auftraten, hatten wahrscheinlich nicht einmal sie selbst zu hoffen gewagt. Bereits beim Eröffnungs-Song „4-9-6 Millionen“ war das Eis gebrochen: Während die knapp 600 Menschen im Palastzelt von Beginn an gut mitgingen, gab die Band ihrerseits auf den Brettern ordentlich Gas.

Dabei konnte man die Spielfreude der Musiker, die agil über die Bühne huschten, förmlich greifen. Man merkte: Hier war Feuer drin. Neu-Sänger Lauer machte dabei den Eindruck, als stünde er schon jahrelang mit der Band auf der Bühne - so selbstverständlich und locker wirkte seine Performance.

Seine Stimme, die etwas klarer und voller ist als die seines Vorgängers, hatte er dabei bestens im Griff. Und auch das Publikum fraß ihm aus der Hand. Wer dachte, ein skeptisches Abtasten zwischen Menge und Musikern sei angesagt, der irrte: Als Lauer das Publikum beispielsweise in der Mitte des Konzerts aufforderte, sich geschlossen auf den Boden zu setzen, folgen die Menschen seinen Anweisungen sofort.

Höhepunkte wie diesen gab es viele an diesem Mittwochabend. Das hymnenhafte „Alter Mann wo willst du hin?“ oder das treibende „Das Jahr in dem ich schlief“, zum Beispiel. Und natürlich durfte auch der bekannteste Song der Truppe nicht fehlen: Während die Bühne in ein hypnotisches Rot getaucht war, bescherten Jupiter Jones ihren Zuhörern mit „Still“ den wohl stimmungsvollsten und intimsten Moment im Verlauf des Konzerts.

Am Ende bedankte sich Lauer bei den Zuhörern und sah dabei fast schon ein wenig verzweifelt aus. Nach einem kurzen Moment hatte er seine Sprache wiedergefunden: „Was soll ich sagen? Unglaublich. Danke.“

Von Anton Kostudis

Fotos von dem Konzert

Jupiter Jones in Wolfhagen

Quelle: HNA

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