3,8 Millionen Euro an Kosten

Feuerwehr-Ausrüstung: Sicherheit ist nicht billig

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Chef von 288 Brandschützern: Carsten Löffler ist der Gemeindebrandinspektor von Knüllwald.

Knüllwald. 3,8 Millionen Euro. Jedes Jahr. 3,8 Millionen Euro würde es die Gemeinde Knüllwald kosten, wenn sie keine Freiwillige Feuerwehr hätte und eine Berufsfeuerwehr bezahlen müsste.

Diese Summe muss man erst einmal begreifen. Bürgermeister Jörg Müller fällt es leicht, sie vorzurechnen. Um die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen von zehn Minuten einhalten zu können, müsste die Gemeinde mit ihren 16 Ortsteilen und riesiger Fläche zwei Berufswehren aufstellen, denn sie hat zwei Brandschutzabschnitte. Einer ist das Beisetal, der andere das Efzetal betreut.

Ende der Fahnenstange

Da eine Berufswehr in drei Schichten arbeitet, würde man 40 Leute in jedem Tal benötigen, also 80 Lohnempfänger mehr auf der Gehaltsliste der Gemeinde stünden.

Jeder würde um die 4000 Euro brutto verdienen, das mal 80: und schwupp, wäre Knüllwald am Ende der finanziellen Fahnenstange angekommen. Wenn Jörg Müller das einmal vorgerechnet hat, weiß man so ungefähr, was die Arbeit jener Feuerwehrleute wert ist, die Tag und Nacht zu Einsätzen ausrücken. Unentgeltlich.

Der Knüllwalder Gemeindebrandinspektor Carsten Löffler (44) weiß diese ehrenamtliche Arbeit schon lange zu schätzen. 288 Mitglieder zählen die 14 Wehren in ihren Einsatzabteilungen. Bis jetzt, sagt Löffler, sei diese Zahl konstant, es gebe bislang keinen Grund, sich um Nachwuchs Sorgen zu machen. Zwar stand die Feuerwehr Ellingshausen vor einigen Jahren bereits kurz vor dem Aus, aber auch sie arbeitet wieder konstant.

Die Gemeinde Knüllwald investiert in diese konstante Arbeit, die alle Wehren leisten. Sie will bis 2028 alle wasserlosen Fahrzeuge gegen kleinere wasserführende austauschen. Dabei geht es darum, dass die Brandschützer im Einsatzfalle nicht erst eine Wasserversorgung aufbauen, sondern gleich den Erstangriff mit vorhandenem Löschwasser vornehmen können.

Vier dieser Fahrzeuge gibt es bereits, Carsten Löffler hat gute Erfahrungen mit den wendigen Vehikeln gemacht: „Würden wir mit riesigen Gefährten tonnenweise Wasser übers Knüllgebirge fahren, können wir die Hilfsfristen nicht einhalten“, sagt er. Jetzt werden im Laufe der nächsten Jahre zehn weitere angeschafft.

Das Land Hessen bezahlt das Fahrgestell der Gefährte, die Gemeinde Knüllwald die Kabine. Kosten: 30 000 Euro pro Auto. Das ist viel Geld. Aber auch viel Sicherheit, sagt Bürgermeister Jörg Müller. Und die sei unbezahlbar.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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