Hartmut Wagner

Entlassung von Felsberger Wehrführer: Wagner will klagen

Entlassung von Felsberger Wehrführer

Felsberg. Hartmut Wagner, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Felsberg, ist entlassen worden. Das teilte Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz mit. Grund für die Entlassung sei massive Kritik an Wagner, die aus den Reihen der Feuerwehr in den letzten Monaten geäußert wurde.

Aktualisiert um 18.30 Uhr

Wer am Montag durch Felsberg fuhr, konnte sie nicht übersehen: Weiße Stoffbanner hingen an den Brückengeländern, darauf in großen, roten Buchstaben Sprüche wie „Mannschaft belogen und betrogen“, „Kameraden stehen zum Wehrführer“ und „Politik vor Sicherheit“. Anlass der Protestaktion: die Entlassung des Felsberger Wehrführers Hartmut Wagner.

Wagner war seit 1999 Wehrführer der Feuerwehr in der Kernstadt. Während seiner Amtszeit soll er unter anderem ohne Schutzkleidung bei Einsätzen dabei gewesen sein, Vorgesetzte beleidigt, die Mitglieder der eigenen Wehr nicht zu Schulungen angemeldet und Hierarchien nicht eingehalten haben (die HNA berichtete). „Ich habe vieles geduldet“, sagte Stadtbrandinspektor Klaus Siemon. „Ich bin der Meinung, dass jeder eine zweite Chance verdient hat.“ Doch Hartmut Wagner habe schon viele zweite Chancen bekommen.

Hartmut Wagner

Wagner, der trotz seiner Entlassung als Wehrführer Mitglied der Einsatzabteilung bleibt, weist alle Vorwürfe zurück. Er will gegen seine Entlassung vorgehen: „Und wenn das meine letzte Amtshandlung als Feuerwehrmann ist.“ Von den derzeit 69 aktiven Brandschützern Felsbergs stünden 60 auf seiner Seite. „Die ersten haben schon gekündigt“, sagte er am Montag. Bürgermeister Volker Steinmetz entgegnete gegenüber der HNA, ihm seien keine Kündigungen von Mitgliedern der Feuerwehr bekannt, und er hoffe, dass das auch so bleibe: „Es geht um die Sicherheit der Einwohner.“

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Die Entlassung Wagners sei unvermeidbar gewesen, „um den Brandschutz in Felsberg wieder herzustellen“, erklärte Steinmetz. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sei gewährleistet, versicherte Stadtbrandinspektor Siemon. Dies habe sich bereits am Sonntagabend bei einem Schornsteinbrand in Heßlar gezeigt, bei dem auch die Felsberger Stadtteilwehr im Einsatz war – unter Leitung von Wagners bisherigem Stellvertreter, Klaus Hilgenberg.

„Alles ist einwandfrei gelaufen, jeder hat seine Arbeit gemacht, es gab keine Probleme“, schilderte Siemon. Sollte es zu Personalengpässen bei Einsätzen kommen, könnten aber auch Brandschützer aus anderen Kommunen einspringen, sagte Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Unabhängig von dieser Unterstützung könne die Felsberger Feuerwehr aber in jedem Fall sicherstellen, dass spätestens zehn Minuten nach der Alarmierung sechs Feuerwehrleute und ein Löschfahrzeug am Einsatzort seien.

Wagners Rechtsanwalt Volker Bergmann kündigte an, man werde zunächst Widerspruch gegen die Entlassung einlegen. Wenn der Magistrat an seiner Entscheidung festhalte, werde man vors Verwaltungsgericht ziehen. Die Erfolgschancen einer Klage seien gut. „Seit 2001 sind viele Vorwürfe gegen Herrn Wagner in den Raum gestellt worden, die er aber alle widerlegt hat“, sagte Bergmann. Darauf sei der Magistrat bei seiner Entscheidung aber nicht weiter eingegangen. Wagner sei das Opfer von Spannungen innerhalb der Feuerwehr.

Bergmann kritisiert, dass die Hürden für die Entlassung eines Ehrenbeamten sehr niedrig seien: „Einen Lehrer können Sie nicht so einfach rauswerfen.“ In Wagners Fall habe als Begründung ausgereicht, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dem Magistrat als Dienstherr und dem Wehrführer zerrüttet sei. Kreisbrandinspektor Bähr entgegnete, die Dienstverfehlungen Wagners seien nachgewiesen. Die Stadt Felsberg habe in dem Verfahren gegen Wagner alles richtig gemacht.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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