Gemeindebrandinspektor: Keiner wollte Wehrführer sein – Jetzt wird einer kommissarisch ernannt

Feuerwehr Schrecksbach suchte einen Chef

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Ehrenamt rund um die Uhr: Die Feuerwehr Schrecksbach suchte einen Wehrführer. Nun wird einer kommissarisch benannt. Unser Foto zeigt die Feuerwehr bei einer Übung.

Schrecksbach. Ehrenamtlicher Einsatz rund um die Uhr, dazu jede Menge Verwaltungsarbeit: Seit Februar ist der Posten des Schrecksbacher Wehrführers vakant. Der bisherige Wehrführer Stefan Pohl hatte sich für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung gestellt.

Nun bekommt die Feuerwehr einen kommissarischen Wehrführer. Das erklärte Gemeindebrandinspektor Heinz Schultheis auf Anfrage der HNA.

Heinz Schultheis

Man habe nach Lösungen gesucht, sagte Schultheis, und sei in dieser Woche zu dem Entschluss gekommen, einen Aktiven aus den Reihen der Feuerwehr für diesen Posten zu benennen. Kommissarisch werde der dieses Amt bis zur Wahl im Herbst ausüben. Erst nach dem Amtsantritt des neuen Bürgermeisters Andreas Schultheis würden Anfang Mai weitere Gespräche mit dem Betreffenden geführt, erklärte der Gemeindebrandinspektor. Auch der vakante Posten des Vorsitzenden der Schrecksbacher Feuerwehr ist seit einer Sonderversammlung wieder besetzt. Diesen Posten hat laut Gemeindebrandinspektor inzwischen Ludwig Jäckel inne.

Die Feuerwehr müsse mit der Zeit gehen, forderte Eduard Duschek, der Stellvertretende Wehrführer der Schrecksbacher Feuerwehr. Die Brandschützer müssen lernen mit der Landflucht umzugehen und sich neu zu organisieren.

Duscheks Vorschlag: Eine zentrale Feuerwehrstation der Großgemeinde. Dann könnten seiner Meinung nach auch alle Feuerwehrleute an allen Geräten üben. Bei einer großen Feuerwehr fehle das Wir-Gefühl, gab allerdings Gemeindebrandinspektor Schultheis zu bedenken. So ließe sich zum Beispiel schwieriger um Nachwuchs werben.

Das Problem der Feuerwehr Schrecksbach ist nicht neu. Zum Beispiel habe die Feuerwehr Mosheim bereits seit zwei Jahren einen kommissarisch ernannten Chef. Das berichtete Kreisbrandinspektor Werner Bähr. „Die Feuerwehr ist ein Spiegel der Gesellschaft, keiner möchte Verantwortung übernehmen“, erklärte der den Missstand. Allerdings sei die Verwaltungsarbeit, die ein Wehrführer zu erledigen hat, auch viel zu hoch. „Feuerwehrleute wollen Leben retten - kein Büro führen.“ Der Kreisbrandinspektor sieht einen Weg aus der Krise: Die Kommunen sollten den Feuerwehren bei der Verwaltungsarbeit helfen. (syg/jal)

Quelle: HNA

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