Zu wenig Jugendliche wechseln in die Einsatzabteilungen

Feuerwehren fürchten Nachwuchs-Mangel

Wolfhager Land. Wenn es brennt, sind sie da: Die Freiwilligen Feuerwehren des Wolfhager Landes. 856 Männer und 98 Frauen waren am Stichtag 31. Dezember 2010 in den 29 Wehren des Altkreises aktiv. 2007 hatten die Wehren zwei Mitglieder weniger gezählt: 858 Männer und 94 Frauen. Die Mitgliederzahlen sind stabil. Doch das könnte sich bald ändern.

Lothar Grebe, Vorsitzender des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren des Wolfhager Landes, sieht die Folgen des demografischen Wandels auf seine Einsatzabteilungen zukommen. „In zehn, zwölf Jahren wird es uns richtig treffen“, sagt Grebe. Dann breche den Wehren ein ganzer Schwung Mitglieder altersbedingt weg. Betroffen sei die große Altersgruppe der jetzt 40- bis 50-Jährigen.

Das Problem: Es rückt auf Dauer nicht ausreichend Nachwuchs nach. Der Grundstein für die Einsatzabteilungen wird in den Jugendfeuerwehren gelegt. Am Stichtag zählten die Nachwuchsabteilungen des Altkreises 496 Jugendliche. 2005 waren es 454 – nach dem Höchststand mit 583 Mitgliedern im Jahr 2000 – ein Einbruch.

Umso positiver sieht Grebe die jüngsten Zahlen. Er sei zufrieden. Schwierigkeiten sehe er an einer anderen Stelle. „Das Problem ist der Übergang in die Einsatzabteilung mit 16, 17 Jahren“, erklärt der Vorsitzende. Durchschnittlich wechseln jedes Jahr 20 bis 25 Jugendliche zu den Erwachsenen. „Das ist langfristig zu wenig“, vermutet Grebe.

Der Vorsitzende sieht seine Wehren unter Zugzwang. „Wir müssen bei der Mitglieder-Werbung neue Wege gehen und alte Strukturen überdenken“, sagt Grebe. Mit einem Tag der offenen Tür werbe man keine neuen Mitglieder mehr. Auch müssten die Wehren stärker zusammenarbeiten und sich als ein Verband präsentieren. „Wenn wir Mitglieder gewinnen wollen, kann das nur so funktionieren“, betont Grebe. SEITE 2

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Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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