Aus Breuna und Habichtswald

Feuerwehren probten an der A44: Einsatz mit Scheren und Chemie

Heraus geschleudert: Hinter einer Leitplanke trafen die Ersthelfer auf einen Schwerverletzten, dessen Versorgung umgehend eingeleitet wurde. Fotos:  Hoffmann

Oberelsungen/Breuna/Habichtswald. Eine aufwändige Übung absolvierten die Feuerwehren aus Breuna und Habichtswald auf der Rastanlage Bühleck.

In unmittelbarer Nachbarschaft einer Autobahn ansässig zu sein, ist für die Mitglieder von Feuerwehren grundsätzlich eine besondere Herausforderung.

So auch für die Helfer aus Breuna und Habichtswald, die große Teile ihrer Jahreseinsätze auf der A44 bestreiten müssen, wenn Fahrzeuge verunglücken oder der Verkehr durch Gefahrgutunfälle zum Erliegen kommt. Situationen, auf die sie optimal vorbereitet sein wollen, dann nämlich zählt jede Sekunde. Das erlebten rund 25 Einsatzkräfte der Wehren, Rettungsorganisationen und Notärzte auch am späten Samstagvormittag, als sie zur Raststätte Bühleck zwischen ihren Stützpunkten gerufen wurden.

Zwei Fahrzeuge 

Mit Blaulicht und mächtig Tatütata rasten sie mit ihren Fahrzeugen vorbei an den Tanksäulen und weiter zum anderen Ende der Raststätte, wo zwei vermeintlich verunglückte Fahrzeuge mit mehreren Verletzten auf die Retter warteten. Glücklicherweise handelte es sich hierbei nur um das vorbereitete Szenario einer gemeinsamen Übung, das umsichtige und gewissenhafte Vorgehen sollte sich dennoch in nichts von einem realen Einsatz unterscheiden.

Angenommene Einsatzlage: Ein Gärtner wollte auf den Freiflächen der Anlage Spritzmittel verteilen. Beim Abladen der Mulde wurde ein Personenwagen mit zwei Insassen darunter eingeklemmt, der Gärtner selbst auf der Ladefläche verletzt, während sein Spritzmittel aus dem großen Kanister munter auf die Fahrbahn floss. Durch die unübersichtliche Unfallsituation war ein weiterer Pkw-Fahrer derart erschrocken, dass er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, sich überschlug und auf der nahe gelegenen Leitplanke landete.

„Die Einsatzlage war anfangs etwas verzwickt, weil wir nicht genau feststellen konnten, was für ein Gefahrstoff geladen war“, sagt Stefan Raabe, Wehrführer aus Breuna. So sei es schwer einschätzbar gewesen, welche vielleicht noch unsichtbaren Gefahren lauerten.

Wehrführer zufrieden 

Insgesamt sei der Einsatz aber gut verlaufen, und davon profitierten künftig beide Wehren, sollte es zum Ernstfall kommen. „Gemeinsamen Übungen sind sehr wichtig, allein schon um zu wissen, über welche Gerätschaften die jeweiligen Wehren verfügen, außerdem um sich untereinander besser kennenzulernen und aufeinander einstellen zu können.“

Ein wichtiger Part der Übung, der ein theoretischer Teil im Wolfhager Feuerwehrstützpunkt vorausgegangen war, war der Umgang mit hydraulischen Arbeitsgeräten. „Die Rettungsscheren werden mit einem Hydraulikaggregat betrieben und ermöglichen so das Schneiden stark widerstandsfähiger Materialien“, erklärt Raabe, der mit dem Übungseinsatz überaus zufrieden ist und künftigen gemeinsamen Einsätzen mit den Kollegen aus Habichtswald auf der A44 mit dem Wissen, gut vorbereitet zu sein, entgegen blickt.

Quelle: HNA

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