Schüler der Drei-Burgen-Schule verarbeiteten eigene Erfahrungen

Siebtklässler drehen Film gegen den Rassismus

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Dreharbeiten im Klassenzimmer: vorne von links Margareta Wolf und Johannes Stieglitz kümmern sich um Kamera und Ton, während hinten von links Mohammed Yüksekdag, Schulleiter Dieter Vaupel und Nils Griese einen Streit darstellen.

Felsberg. Schule von 9 bis 20 Uhr, und das seit einer Woche: Zwölf Siebtklässler der Felsberger Drei-Burgen-Schule machen derzeit jede Menge Überstunden. „Und wir haben Spaß dabei“, sagt der 13-jährige Mohammed Yüksekdag.

Er und seine Mitschüler haben allerdings keinen Mathe- oder Deutschunterricht, sondern drehen einen Film. Am heutigen Samstag ist der letzte Drehtag.

„Es geht um Angst und Scham“, sagt der 13-jährige Johannes Stieglitz über den Inhalt des Films. „Wir haben erstmal alle ein Erlebnis aufgeschrieben, bei dem wir Angst hatten oder uns geschämt haben“, ergänzt die gleichaltrige Nadine Dabelstein. „Diese Geschichten haben wir dann zu einem Drehbuch zusammengefasst.“

Aktion im ganzen Landkreis

Herausgekommen ist eine ziemlich abenteuerliche Geschichte: Ein Junge wird zuhause von seinem Vater geschlagen, in der Schule lässt er seine Aggressionen an einem ausländischen Mitschüler aus. Das geht so weit, dass er den Mitschüler mit Chlor vergiftet und dieser ins Krankenhaus muss. Ob sich die beiden am Ende versöhnen?

Wer das wissen will, kann sich den Film am Donnerstag, 4. Juli ab 10 Uhr in der Aula der Drei-Burgen-Schule ansehen – oder Anfang des kommenden Jahres in der Stadthalle Homberg.

Dort werden auch viele andere Filme gezeigt, die Jugendliche aus dem Schwalm-Eder-Kreis gedreht haben. Sie alle nehmen am Projekt „Gewalt und Rassismus ohne uns“ teil und setzen sich für ihre Filme mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit auseinander. Betreut werden die Schüler während der Dreharbeiten von Medienpädagogen der Universität Kassel, an der Drei-Burgen-Schule sind Katharina Huber und Margareta Wolf die Betreuerinnen.

Vertrauen gestärkt

Viel Arbeit haben die Jugendlichen in den Film gesteckt. Allein am Drehbuch haben sie vier Tage lang jeweils neun Stunden gesessen, mehr als doppelt so viel Zeit benötigten sie für die Dreharbeiten. „Wir mussten viele Szenen mehrfach drehen, bis wir sie im Kasten hatten“, sagt Vanessa Veit (13), und Nils Griese ergänzt: „Wenn wir einen Tag lang drehen, kommen am Ende zwei Minuten Film dabei raus.“

Die Zwölf- bis 14-Jährigen, die bei dem Filmprojekt mitmachen, kommen aus vier verschiedenen siebten Klassen. Vor dem Projekt kannten sie sich untereinander noch nicht gut. Das hat sich jetzt geändert, findet Vanessa Veit: „Wir haben gelernt, einander zu vertrauen.“

Quelle: HNA

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