Filmcrew aus Berlin dreht Szenen für Kinofilm Lore im Wald bei Jesberg

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Stressig: Solange das Wetter gut ist, möchte das Filmteam so viele Szenen wie möglich drehen. Drei Tage waren sie im Wald bei Jesberg.

Strang. Irgendwo zwischen dem kleinen Jesberger Örtchen Strang und dem Neuentaler Gilsa, im tiefsten nordhessischen Wald, wo sonst nur Hirsche, Rehe und Wildschweine durch das Unterholz streifen, wurden abgebrochene Bäume, wuchernde Büsche und steinige Wege zu einer Kulisse für Dreharbeiten des Kinofilms Lore.

„Schön verwüstet ist es hier. Eine perfekte Kulisse für unseren Nachkriegsfilm“, sagt der Produzent Karsten Stöter. „Ein Location-Scout hat diesen Ort für uns entdeckt.“

Gedreht wurden Szenen, in der Lore (Saskia Rosendahl spielte im Film „Das weiße Band“ mit) an den Grenzposten des amerikanischen und britischen Sektors gelangt. Das 15-jährige Mädchen und ihre Geschwister sind nach Kriegsende auf dem Weg zu ihren Großeltern.

Sie befinden sich auf einer langen Reise und müssen sich quer durch die Sektoren und unwirtlichen Landschaften Endkriegsdeutschlands durchschlagen. Drei von 39 Tagen dreht das Filmteam im Wald bei Jesberg. Im fertigen Film werden die Zuschauer dann acht bis 15 Minuten nordhessischen Wald sehen.

Zuvor drehte die Crew in Görlitz, Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg und in den Hessischen Regionen um Ober-Mörlen und Stadtallendorf. „Hessen hat ohnehin ganz tolle Drehorte. In Stadtallendorf haben wir in einer alten Munitionsfabrik gedreht. Irre“, sagt Stöter. Als nächstes gehe es nach Schleswig-Holstein.

Dem Filmteam steht ein Gesamtbudget von 4,3 Mio. Euro zur Verfügung. Das Geld gaben überwiegend Filmförderungen aus ganz Deutschland, wie die HessenInvestFilm (Land Hessen und Hessischer Rundfunk). „Wir unterstützen den Film mit 425 000 Euro. Uns hat das Drehbuch überzeugt“, sagt Ursula Vossen von HessenInvestFilm. „Die Geschichte der jungen Lore, die in den Nachkriegswirren erwachsen wird und durch ihre Reise schrittweise begreift, was unter der Nazi-Herrschaft alles passiert ist, das fanden wir spannend.“

Zwölf Jahre liegen zwischen der Idee zum Film und dem Beginn der Dreharbeiten. „Wir haben einen langen Atem gebraucht, aber die Geschichte ist ein gut“, sagt Stöter. Regie führt die australische Regisseurin Cate Shortland. Es ist ihr zweiter Kinofilm. Das Drehbuch basiert auf der Novelle Lore aus dem Roman „Die dunkle Kammer“ von der Britin Rachel Seiffert.

Neben den Schauspielern wurden auch Komparsen engagiert. Viele kommen aus der Region und haben sich nach einem, Aufruf in der HNA beworben. Der Ausstrahlungstermin ist noch offen.

Quelle: HNA

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