Filzprodukte von Habichtswald aus in die ganze Welt

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Farbenfrohe Werke: Margot van de Wiel präsentiert einige ihrer Produkte, die vornehmlich aus Filz hergestellt wurden. Sie vertreibt ihre Arbeiten über die in Nordhessen belöiebte Online-Plattform dawanda.de.

Habichtswald. „Willkommen in meinem Märchenland“, sagt Margot van de Wiel, als sie die Tür zu ihrer Werkstatt öffnet. Es ist tatsächlich märchenhaft, was in den Holzregalen wartet: kleine Wichtel mit langen Bärten, Feen in bunten Kleidchen, Stofftiere, Adventskränze, Lampenschirme und Wandbilder.

Die gebürtige Niederländerin, die seit zehn Jahren in Deutschland lebt, hat alle diese Dinge aus buntem Filz hergestellt. Über den Online-Marktplatz DaWanda.de verkauft sie ihre kleinen Filz-Wunder nach ganz Europa und sogar bis in die USA. Ihr Shop unter dem Namen Filzart gehört dort zu den Topsellern in der Region Nordhessen.

Sie verdient zwar Geld mit ihren Stücken, trotzdem ist das Filzen für Margot van de Wiel in erster Linie ein Hobby. „Ich stehe jeden Morgen auf und freue mich einfach nur darüber, dass ich wieder an die Arbeit gehen kann“, sagt sie strahlend.

Seit 35 Jahren arbeitet sie mit Wolle. „Ich habe gespinnt, gewebt, später meine Wolle selbst pflanzlich eingefärbt.“ Zum Filzen kam sie über eine Bekannte, die einen Kurs anbot - „und seitdem lässt es mich nicht mehr los“. Als ihre Leidenschaft vor etwa 18 Jahren erwachte, da habe es keine Bücher und natürlich keine Anleitungen im Internet gegeben, erinnert sich van de Wiel. Sie habe sich alles selbst aneignen müssen und oft einfach ausprobiert. Ihre ersten beiden Werke, ein Zwerg und ein kleiner Troll, hat sie als Glücksbringer behalten.

Heute hat sich die Situation verändert, Filzen ist ein Trend und man kann fast überall Informationen dazu bekommen. Mittlerweile braucht die Niederländerin aber keine Anleitungen mehr. Im Gegenteil: „Es gibt so viele Sachen, die ich gerne noch ausprobieren würde, aber ich habe nicht genug Zeit.“

Bis zum Dezember hat sie sich vor allem mit dem Filzen von Adventskränzen beschäftigt. Die eindrucksvollen Gebilde aus grünem und roten Material sind sehr beliebt. Im Moment ist sie im Vorweihnachts-Stress, fast jeden Tag bringt sie Pakete zur Post. Als sie anfing, ihre Stücke auch zu verkaufen, habe sie oft Schwierigkeiten gehabt, sich zu trennen. „Aber ich habe mich daran gewöhnt, schließlich kann man nicht alles aufheben.“

Margot van de Wiel hat zwar einen hohen Anspruch an ihre Werkstücke, das wichtigste ist für sie aber, dass sie den Käufern gefallen. Auch wenn sie ein Stück nach den Wünschen der Kunden gestaltet, können es diese bei Nichtgefallen zurück schicken. „Ich will niemandem etwas aufdrängen.“ Aus diesem Grund hat sie auch noch keine Filzstücke für ihre Enkelkinder begonnen, die im neuen Jahr auf die Welt kommen. „Wenn meine Kinder mich fragen, mache ich das sehr gerne, aber wenn sie das nicht wollen, habe ich auch kein Problem damit.“

dawanda.com/shop/Filz-Art

Quelle: HNA

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