Finanzaufsicht erlaubt Wolfhager Bürger-Energie-Genossenschaft Investitionen

Freigabe für Verwendung des BEG-Kapitals: Hier ein Teil des Windparks Rödeser Berg, in den nach der Erlaubnis der Finanzaufsicht nun investiert werden dürfte. Inzwischen wurde auch das vierte und letzte Windrad mit Rotorblättern bestückt. Foto: Privat/nh

Kassel/Wolfhagen. Die Bürger-Energie-Genossenschaft Wolfhagen hat die Registrierung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bekommen und könnte das eingezahlte Kapital der 700 Mitglieder - bisher drei Millionen Euro - etwa in Windpark-Projekte in Nordhessen investieren.

Allerdings wurde mit 2,3 Millionen Euro bereits eine 25-prozentige Beteiligung an den Stadtwerken Wolfhagen und an einem weiteren regionalen Projekt umgesetzt.

Die Genossenschaft um Wilfried Steinbock hofft nun, dass weitere Anteile gezeichnet werden, um die Investitionssumme und damit verbundene Möglichkeiten weiter zu steigern. Für das eingesetzte Kapital wurde in der jüngsten Generalversammlung der BEG Wolfhagen eine jährliche Rendite von 2,75 Prozent durch die Mitglieder beschlossen.

Auch die Genossenschaften in Niestetal und Kassel haben die Zulassung erhalten, die Bürger Energie Kaufungen rechnet in wenigen Tagen damit. Ohne Registrierung dürfen die Genossenschaften das eingesammelte Geld nicht in Kommanditanteile, sondern nur in eigene Anlagen investieren.

Jetzt sollen neue Mitglieder gewonnen werden, die weitere Anteile zeichnen. Die Genossenschaften gelten als die Motoren der Energiewende und wollen mithelfen, dass unsere Region bis 2025 komplett mit Strom aus Windkraft, Sonne, Biogas und Wasserkraft versorgt werden kann. Der Stand der Dinge:

Bürger-Energie-Genossenschaft Wolfhagen: 700 Mitglieder, drei Millionen Euro Kapital, damit wurde bereits eine 25-prozentige Beteiligung an den Stadtwerken Wolfhagen im Wert von 2,3 Millionen Euro erworben. Ein Anteil kostet 500 Euro, jedes Mitglied durfte maximal 40 (20 000 Euro) erwerben. Während der Prüfungsphase durch die Bafin durften allerdings keine weiteren Mitglieder aufgenommen werden, erklärt Steinbock. Um neue Mitglieder aufzunehmen, müsste erst ein Beschluss des BEG-Vorstandes gefasst werden. Steinbock geht aber davon, dass dieser Beschluss gefasst wird, um weitere angebotene Beteligungen zu realisieren.

Bürger Energie Kassel & Söhre: 550 Mitglieder, 1,6 Millionen Euro Kapital. Zwei eigene Fotovoltaikanlagen bereits in Betrieb. Ein Anteil kostet 250 Euro, jedes Mitglied darf höchstens 400 erwerben und damit 100 000 Euro investieren.

Bürger-Energiegenossenschaft Niestetal: 154 Mitglieder, 500 000 Euro Kapital, zwei eigene Fotovoltaikanlagen, weitere in Planung, ein Anteil kostet 250 Euro, höchsten 40 (10 000 Euro) dürfen erworben werden.

Energie-Genossenschaft Kaufunger Wald: 165 Mitglieder, 200 000 Euro Kapital, zwei eigene Fotovoltaikanlagen, ein Anteil kostet 500 Euro, maximal 40 (20 000 Euro) dürfen erworben werden.

Von Jörg Steinbach und Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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