Andere Länder, andere Krankheiten – Mit gut sortierter Reiseapotheke auf Tour gehen

Finger weg von Eiswürfeln

Beratung: Vor dem Start in die Ferien sollten sich die Urlauber beim Arzt oder Apotheker Rat holen, was alles in ihre Reiseapotheke gehört. Archivfoto: nh

Schwalm-Eder. Ob zum Schnorcheln auf die Malediven oder zum Entspannen an die Costa Brava: Damit aus der Traumreise kein Alptraum wird, sollten sich Urlauber rechtzeitig medizinisch beraten lassen, mindestens sechs bis acht Wochen vor Abreise. Je nach Urlaubsort, Aufenthaltsdauer und Art des Urlaubes können Impfungen und Verhaltensregeln nötig für die Gesundheit werden.

Wer in die östlichen und südlichen Mittelmeerländer reisen möchte, sollte sich gegen Hepatitis A, eine Leberentzündung, impfen lassen, rät der Allgemeinmediziner Gangolf Florack-Genotte aus Gudensberg. In diesen Ländern herrsche eine hohe Durchseuchung mit Hepatitis A, das bedeute, die Einheimischen werden nicht mehr krank, scheiden den Erreger aber aus.

Tollwut endet meist tödlich

In Asien sei die Tollwut ein Problem. Das Risiko, daran nach einem Hunde-, Katzen- oder Rattenbiss zu erkranken, sei sehr hoch. Eine Infektion verlaufe in der Regel tödlich.

Wer eine Reise nach Afrika plane, sollte sich unter anderem über Malaria beraten lassen. Medikamente, Moskitonetze, Schutzmittel und geschlossene Kleidung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, unbeschadet zurück zu kommen. Auch bei Reisen in Europa sollte der Impfstatus überprüft werden. In manchen Gegenden kann auch eine FSME-Impfung nötig werden gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung.

Doch nicht nur vom Urlaubsziel, auch von der Art der Reise hängt die Vorbereitung ab: Wer statt eines organisierten Hotelurlaubes mit dem Rucksack loszieht, muss vieles beachten. Um sich in Ländern mit warmem Klima vor Durchfällen zu schützen, helfe die Faustregel: Cook it, peel it or forget it- Koch es, schäl es oder vergiss es. Der Experte rät, nur gekochte Speisen und selbst geschältes, frisches Obst zu essen. Getränke sollten entweder heiß oder nur aus frisch geöffneten Flaschen und ohne Eiswürfel getrunken werden.

Man sollte niemals barfuß laufen, denn sinnvolles Schuhwerk wie Strandschuhe oder halbhohe Schuhe im Gelände schützen vor Verletzungen, Wurminfektionen und Tierbissen. In tropischen stehenden Gewässern sollte man nicht baden, denn dort drohen Wurmerkrankungen wie die Bilharziose, bei der die Wurmlarven durch die Haut eindringen und sich zum eierlegenden Wurm entwickeln.

Kinder und Schwangere sind bei Reisen besonders gefährdet, da manche Impfungen und Medikamente nicht angewendet werden können. Daher wird von Reisen in tropische Regionen abgeraten. Schwangere sollten Reisen in Malariagebiete verschieben. Eine individuelle Reiseberatung bieten Hausärzte und Fachärzte für Tropen- und Reisemedizin. • Näheres: Robert-Koch-Institut: www.rki.de. SIEHE ARTIKEL RECHTS

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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