Kosten möglicherweise in Höhe mehrerer 100.000 Euro

Firma pumpt Giftbrühe in Bad Emstaler Kläranlage ab

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Giftige Brühe im Speicherbecken: Die Flüssigkeit wird in den kommenden Tagen noch abgepumpt. Ein Beschäftigter von Vitos hatte im August Chemikalien in die Kanalisation gekippt. Weil die Mitarbeiter der Kläranlage schnell reagierten, konnte eine Umweltverschmutzung verhindert werden. Seitdem lagert die kontaminierte Masse in einem Becken auf dem Gelände der Kläranlage. 

Bad Emstal. Die Giftbrühe, die nach einer unsachgemäßen Einleitung in die Kanalisation durch einen Mitarbeiter der Vitos Klinik Merxhausen in der Kläranlage zwischengelagert wird, wird nun abtransportiert. 

Wie Bad Emstals Rathauschef Ralf Pfeiffer (parteilos) sagte, habe eine Spezialfirma den Auftrag erhalten, die mit Herbiziden, Desinfektionsmitteln und Ammoniak verunreinigte Flüssigkeit aufzunehmen.

Seit vergangener Woche werde die kontaminierte Masse abgepumpt und in Tankwagen nach Bielefeld gefahren, wo sie verbrannt werde. Für den Aufwand, eine drohende Umweltkatastrophe zu verhindern und die Entsorgung könnten Kosten in Höhe von mehreren 100 000 Euro anfallen, sagte Pfeiffer. Wenn die Flüssigkeit abgepumpt sei, müsse der Klärschlamm am Boden ebenfalls auf seine Belastung hin überprüft und gegebenenfalls einer Behandlung unterzogen werden. Schließlich müsse das Becken mit einer neuen Folie ausgekleidet werden. Das Becken, in dem die Flüssigkeit gelagert werde, sei mehrfach abgesichert. Die Versicherung des Verursachers werde für die Kosten aufkommen, sagte Pfeiffer am Donnerstagabend während der Gemeindevertretersitzung.

Altbestände vom Gutshof

Es waren Altbestände aus dem früher als Gutshof genutzten Gelände, die der Vitos-Beschäftigte in die Kanalisation geschüttet hatte. Im Klärwerk Merxhausen hatte die Anlage rechtzeitig Alarm geschlagen, die Mitarbeiter verhinderten die Katastrophe.

Für wenig Geld hätte man die Substanzen beim Schadstoffmobil des Landkreises Kassel abgeben können, so Pfeiffer. Das steuere zwei Mal im Jahr die Gemeinde an. „Es wäre besser gewesen, als nun für mehrere 100 000 Euro den angerichteten Schaden zu beseitigen.“ (ant)

Quelle: HNA

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