Neue Chefs für die Autoteile-Logistiker

Firma Rudolph betreibt jetzt VW-Lagerhallen in Borken

Firma Rudolph betreibt VW-Lagerhallen in Borken

Borken. Früher Scherm, jetzt Rudolph – der Übergang von einem Logistikdienstleister zum anderen hat reibungslos geklappt. Das sagen jedenfalls die Verantwortlichen bei Rudolph und bei Volkswagen.

So würden die meisten Mitarbeiter in Borken jetzt mehr Geld verdienen. Hintergrund ist, dass die Logistikgruppe Rudolph einen Haustarif mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelt hat, den hatte Scherm nicht.

Seit Dezember werden die Logistikhallen für VW in Borken von Rudolph organisiert. Die nordhessische Logistikgruppe hatte die Ausschreibung für den Auftrag gewonnen, weil sie günstiger war als Scherm.

Laut Firmeninhaber Dr. Torsten Rudolph funktioniert das trotz der höheren Löhne. „Wir sind der Meinung, dass es für uns ein profitables Geschäft wird“, sagte Rudolph. Scherm habe wohl nicht so viel Erfahrung mit entsprechenden Tarifverträgen und daher pessimistischer kalkuliert.

Für die fast 350 Mitarbeiter, die in Borken von Scherm übernommen wurden, gelte ein Jahr lang Bestandsschutz. Aber auch für die Zeit danach seien Sanierungen oder Entlassungen bisher nicht geplant, versicherte Rudolph.

VW kann sich sogar vorstellen, den Standort Borken noch zu erweitern. Momentan beträgt die Lagerfläche dort 140 000 Quadratmeter, das entspricht mehr als 20 Fußballfeldern.

Aus Sicht von VW ist Borken ein strategischer Standort, wie Marcus Edelmann (Leiter Logistiksteuerung und Depot bei VW) sagte. Dazu gehöre unter anderem ein Gleisanschluss. VW beliefere seine sieben deutschen Vertriebszentren und einen Großteil seiner europäischen Kunden per Bahn.

Borkens Bürgermeister Bernd Heßler bestätigte, dass die Stadt Volkswagen bereits weitere Flächen angeboten habe. In Borken würden jährlich 15 000 Waggons fahren – wobei jeder Wagen jeweils bei Ankunft und bei Abfahrt einmal gezählt wird. Der Gleisanschluss sei ein wesentliches Element eines strategischen Standortes, sagte Edelmann.

Die wichtigste Arbeit am Standort Borken ist die Verpackung von Originalteilen, bevor sie dann etwa an Autohäuser ausgeliefert werden. Außerdem liegen dort Nachschubteile für das Originalteile-Center in Baunatal und schließlich wird Leergut – also etwa leere Boxen für Teile – über den Borkener Standort abgewickelt.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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