Firmen liefern Bio-Lebensmittel: 20 Prozent mehr Kunden pro Jahr

+
Bei der Arbeit: Bereichsleiter Florian Glorius lädt Kisten in einen Transporter.

Schwalm-Eder. Sie nennen sich Grüner Bote, Flotte Karotte oder Grüne Kiste - Bio-Lieferdienste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Laut Branchenverband Ökokiste werden in Hessen 4000 Kunden pro Woche beliefert. Jedes Jahr kämen 20 Prozent mehr hinzu. Tatsächlich dürfte die Zahl höher liegen, denn im Verband sind nur ein Bruchteil der Lieferdienste Mitglied.

Die steigende Nachfrage bekommen auch Anbieter in Nordhessen zu spüren - allerdings nicht alle im gleichen Maß. Gleichzeitig würden die Kunden zunehmend anspruchsvoller. Der Schwalm-Eder-Kreis wird dabei von außen versorgt: Laut dem Bauernverband gibt es keinen eigenen Biokistenanbieter.

Die Schwalm wird beispielsweise vom Bosshammersch-Hof in Kirchhain angefahren: „Die Biokiste hat mittlerweile eine wesentlich höhere Akzeptanz und ist in allen Schichten akzeptiert“, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Firsching. Zum Wachstum der Branche hätten die Lebensmittelskandale beigetragen.

Gleichzeitig wollten die Kunden makellose Ware: Früher sei Schorf auf einem Bioapfel kein Thema gewesen, heute sei er ein Tabu. 1800 Kunden versorgt der Bosshammersch-Hof.

Von einem „Trend zu großer Flexibilität“ spricht Rosemarie Csik vom Grünen Boten aus Witzenhausen: „Die Kunden wollen sich nicht mehr binden. Sie bestellen einmal, dann Monate nicht mehr.“ Traditionelle Abokunden, die jede Woche ähnliche Waren wollen, gäbe es immer seltener. Der Grüne Bote versorgt bis zu 800 Kunden in Nordhessen und Südniedersachsen.

Auch der Warenwert der Einkäufe schwankt: „Kunden bestellen selten für unter 20 Euro, es liegen aber auch wenige über 100 Euro“, sagen Simon Schöne und Jürgen Reulein, die gerade den Biolandhof Trube in Ellershausen (Werra-Meißner) übernommen haben.

Mehr in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Melsunger Allgemeinen.

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

Kommentare